19 September 2007
Büchermarkt
Wann begreifen diese, dass es mindestens sechs monotheistische Religionen gibt, wobei das Christentum von anderen nicht unbedingt als monotheistische Religion verstanden wird. Ich frage mich auch, warum die friedliche Koexistenz nur zwischen tatsächlichen und vorgeblichen Monotheisten, die Abraham als Stammvater betrachten, sein soll. So sicher sind die Storries doch ohnehin alle nicht. War ein HEER da Hirte? Ich kann an eine höhe Macht glauben ohne all das. Einen männlichen Gott brauche ich nicht. Weiblich muss es auch nicht sein. Es muss nichtmals Gott heißen. Glaubensfacetten sind interessant, aber alles in jeweiligen heiligen Büchern oder daraus entstandenen Lehren glauben, muss nicht sein. Jenseitsparadies oder Jensseitshöllenzauber sind mir ohnehin suspekt. Ich nehme , was kommt oder auch nicht kommt. Und im Jetzt kann ich mich mit keinen religiösen Ritualen anfreunden. Ansonsten bin ich dennoch irgendwie mystagogisch und meinetwegen auch noch Seeräuber.
Kind des Lichts
Katholische Sondergruppen
Auf der Suche nach Erleuchtung – Buddhismus im deutschsprachigen Raum - INFOSEKTEN - Katholische Arbeitsstelle "Neue religiöse Bewegungen in der Schweiz":
....."Der evangelische Theologe Harald Lamprecht kommentierte diese Sichtweise wohl sehr zutreffend, als er schrieb: „Dass Jesus Christus vor 2000 Jahren am Kreuz in Golgatha gestorben ist, hat für Willigis Jäger keine einmalige Bedeutung mehr. Erlösung geschehe nach seiner Meinung nicht durch einen stellvertretenden Sühnetod Jesu, sondern durch Erkenntnis der inneren Einheit des Menschen mit Gott. Diese letzte Einheit schliesse alle Religionen ein. Zwar auf verschiedenen Wegen würden sie doch letztlich alle zum gleichen Ziel führen. Im äusseren Bereich der Kulte und Riten sei dies zwar nicht zu sehen, die esoterischen Wege der Religionen würden sich aber entsprechen und von verschiedenen Seiten auf den einen Gipfel des Berges führen – eben der Erkenntnis der wesenhaften Einheit mit Gott oder Brahman oder Allah oder dem Nichts des Buddhismus. Dies meint er, wenn er davon spricht, dass die Mystik ‚transkonfessionell’ sei, dass sie sich über die traditionellen Grenzen der Konfessionen (bei ihm auch: der Religionen) hinwegsetzt. Wieviel eine solche Interpretation der mystischen Erfahrung allerdings noch mit dem Wesen der jeweiligen Religionen gemein hat, darf und muss gefragt werden.“ Genau hier liegt wohl die "
(Irgendwie kann ich mich mystagogischen Seeräubern identifizieren. Heimat ist in mir.)
mittel°punkt » Begriffsklärung “Mystagogie”: "aussen" ....Mystagogie bedeutet, dass Gott in einem Menschen gegenwärtig ist und wirkt; Gott ist dem Menschen immanent. Glaube ist damit als Selbstmitteilung Gottes an den Menschen zu verstehen und nicht als Ergebnis einer Belehrung und Bildung von aussen. (Zitat: Aus dem Artike l “Gott ist dem Menschen immanent” von André Böhning)
18 September 2007
derStandard.at
Erol User, türkischer Großunternehmer und Eigentümer des Fußballclubs Fenerbahce Istanbul, hält den Glauben für Privatsache
Mission und Profilierung
Meine Meinung: Ver-rückt! Aber irgendwie hat er recht!
Naturwissenschaft & Religion: „Man soll sich ja kein Bild machen!“ « DiePresse.com: 18.09.2007 | 18:29 | VANNINA WURM UND THOMAS KRAMAR (Die Presse)....."Walter Thirring, Doyen der theoretischen Physik, etwa als Lutheraner. Wie erklärt er den signifikanten Unterschied zwischen Physikern und Biologen? „Die Biologen sehen sozusagen nur ihr enges Fenster aus der kosmischen Evolution – da meinen sie, sie brauchen den lieben Gott gar nicht...“ Thirring: Kein Bild machen! Was hält er von Intelligent Design? „Das ist ein bisschen gefährlich. Es würde heißen: Der Plan ist ursprünglich gar nicht so intelligent, er muss noch korrigiert werden. Mir scheint der Plan so zu sein, dass Zufall und Notwendigkeit so zusammenspielen, dass aus dem ursprünglichen Chaos sogar ein Mensch entstehen kann.“ Das Bild eines persönlichen Gottes hält Thirring aber für einen Anthropomorphismus: „Man soll sich ja von Gott kein Bild machen!“".........
Ich glaube, zu dieser Aussage kann ich mitgehen.
derStandard.at/Wissenschaft: "Gott sei Dank - für die Evolution Vertreter der Evolutionstheorie und jene der Schöpfungslehren der Religion sind neuerdings wieder bemüht, miteinander ins Gespräch zu kommen Zwischen der Evolutionstheorie der Wissenschaft und den Schöpfungslehren der Religion vertieften sich in den vergangenen Jahren die Abgründe. Neuerdings sind Vertreter von hüben wie drüben aber wieder bemüht, miteinander ins Gespräch zu kommen und Brücken zu schlagen. ***** Mehr zum Thema Internet mPAY24 - Die Online -Zahlungslösung bezahlte Einschaltung 'Die Debatte Wissenschaft versus Religion ist zu Ende!', Das behauptet zumindest Craig Mello, Medizin-Nobelpreisträger 2006. Der Grund für seinen etwas überraschenden Befund: Ein Buch mit dem Titel Thank God for Evolution!, das zwar erst im Oktober offiziell in den USA erscheinen wird, aber schon jetzt für heftige Zustimmung sorgt. Nicht nur bei Mello. Voll des Lobs für das Buch von Reverend Michael Dowd ist zum Beispiel auch John Mather, Nasa-Chefwissenschafter und Physiknobelpreisträger 2006 ('Das Universum brauchte 13,7 Milliarden Jahre, um dieses wunderbare Buch zu produzieren') oder Lee Hartwell Nobelpreisträger für Medizin 2001. Die ganze Liste der Lobpreisungen findet sich auf der Homepage zum Buch (thankgodforevolution.com), wo das Manuskript als PDF auch gratis verfügbar ist. "
Seufz, mich laust der Affe! Ob von Evulution oder Kreatinismus aktuelles Leben abhängig sein kann?
Das Internet als Tummelplatz für christliche Missionare: "Bibel statt Darwin Für viele Menschen spielt das keine Rolle. Laut einer Umfrage der Gallup Organization stimmten 43 Prozent der befragten US-Bürger der Aussage zu, dass 'Gott den Menschen vor etwa 10.000 Jahren ungefähr in seiner heutigen Form geschaffen hat', während nur 14 Prozent einer Aussage zustimmt, dass sich der Mensch über Jahrmillionen aus primitiveren Lebensformen entwickelt habe, was der Evolutionstheorie entspricht. Auch in Deutschland glauben laut einer Umfrage der schweizerischen IHA-Gfk nur 46 Prozent an die Evolution, der Rest glaubt entweder wörtlich an die Genesis wie sie in der Bibel steht oder an eine 'von oben gesteuerten Version', die sich an das Intelligent Design anlehnt. Bei so viel Wissenschaftsskepsis wundert es nicht, dass die neutheologischen Ansichten auch im Internet weite Verbreitung finden."
Internet als Tummelplatz für Missionare bestätigt meinen Eindruck. In gewisser Weise sind vielleicht alle Missionare. Die einen sind es bewusst, die anderen eher unbewusst? Und jeden nervt anderes?
idea.de - Rubrik - Detailartikel: "Theologie & Glaubensleben 18.09.07 Die Bibel ist kein Sammelsurium von Mythen Der Vorsitzende der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Pfarrer Hansfrieder Hellenschmidt. H e r b o r n (idea) – Zum uneingeschränkten Vertrauen in die Bibel als dem Wort Gottes hat der Vorsitzende der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Pfarrer Hansfrieder Hellenschmidt (Filderstadt bei Stuttgart), aufgerufen. Die Bibel sei kein Sammelsurium von Mythen, Legenden, Märchen oder Parabeln, wie von vielen behauptet, sagte er vor rund 80 Besuchern eines von der Bekenntnisbewegung veranstalteten Treffens „Gemeinde unter dem Wort“ im mittelhessischen Herborn. Nur wer der biblischen Botschaft gehorche, werde die dem Wort Gottes innewohnende Wahrheit und Kraft erfahren. Sie habe die Macht, Menschenleben zu verändern."
Alles Gottesoffenbarung in der Bibel und das ist zu glauben und zu leben? Das empfinde ich soooo abartig, das mir die Worte fehlen. Ausfällig möchte ich ja nicht werden.
Nordelbische Kirche will mehr evangelische Schulen - Fördertopf | Newsticker: "Nordelbische Kirche will mehr evangelische Schulen - Fördertopf Kiel (dpa/lno) - Die Nordelbische Kirche will im Bildungswesen mehr Flagge zeigen und plant einen Fördertopf für evangelische Schulen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Synode in Rendsburg werde in der kommenden Woche voraussichtlich beschließen, dass über fünf Jahre hinweg Fördermittel von bis zu 75 000 Euro pro Jahr an neue und bestehende Schulen fließen. Das sagte Synodenpräsident Hans- Peter Strenge am Dienstag in Kiel. Zudem werde die NEK nun Mitglied in der Schulstiftung der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Neugründung evangelischer Schulen sei eine der zentralen Aufgaben. Die katholische Kirche sei hier schon immer sehr offensiv gewesen. © Welt erschienen am 18.09.2007 um 13:58 Uhr"
Tja, die Konkurrenz schläft nicht. Aber was hat das Konkurenzgerangel mit einem Gott gemeinsam?
17 September 2007
Von der Lust am Lernen
Zurück zu den Quellen
Lernen als Mittelpunkt von Schawuot
Von René Bloch
Generalisierungen sind zwar selten opportun, aber diejenige, dass der babylonische Talmud zu einer spannenderen, intensiveren und anspruchsvolleren Lektüre als der «Jeruschalmi» einlädt, ist schwerlich von der Hand zu weisen. Der «Babli» zeichnet sich im Vergleich mit seinem «Jerusalemer» Pendant unter anderem durch einen viel stärkeren Hang zum dialektischen Argumentieren aus. Mittels Gegenstimmen, die das Vorgetragene torpedieren und dann selbst wieder in Frage gestellt werden, will man sich, nicht unähnlich den Platon-Dialogen, der «Wahrheit» annähern. Diese stärkere Betonung der Dialektik ist Teil einer ganzen Reihe von Veränderungen, die wohl auf eine neue babylonische Lernkultur im fünften und sechsten Jahrhundert d. Z. zurückgeht. In der Übergangszeit von den Amoraim zu den sogenannten «Stammaim» (den «Anonymen»,ein Teil der Forschung sieht in diesen die Redaktoren des «Babli») haben sich zum ersten Mal grössere Akademien gebildet, welche die kleineren Lerngruppen unter der Leitung eines Lehrers ablösten. Mit dieser Veränderung einher ging indes nicht nur eine stärkere Tendenz hin zur dialektischen Diskussion, zur Lösung durch Widerspruch (im Gegensatz zum eher staccatoartigen und legalistischeren Ton der amoraischen Tradition), sondern auch zu einer verstärkten Kompetitivität und Aggressivität.
Der häufig kompromisslose Imperativ zum Lernen ist vor allem ein Charakteristikum des «Babli». Denn dort wird die Zentralität des Lernens gelegentlich ad extremum geführt: Lernen ist so wesentlich, dass es unser ganzes Wesen ausmacht. Das Studium der Thora, so der «Babli», ist wichtiger als das Retten von Leben, als der Wiederaufbau des Tempels, ja als die Ehrung von Vater und Mutter (bMeg 16b). Dieses Denken ist Teil einer Welt, die fast nur für die Thora bestimmt ist. Die ganze Welt, Himmel und Erde, existieren, so heisst es an einer Stelle, nur für die Thora (bPes 68b). Hier spricht das neue akademische Denken des «Babli», dasjenige der neuen «Universitäten» eben, das im Übrigen das individuelle Lernen im Gegensatz zum Thora-Studium in der Gruppe explizit kritisiert, ja es sogar als sündhaft erklärt. Die messerscharfe, ja pfefferscharfe dialektische Diskussion – der «Babli» leitet die Etymologie des «pilpul», des dialektischen Argumentierens, von «pilpel» («Pfeffer») ab – in grösseren Lerngruppen konnte sie aber offenbar auch zu Aggressionen unter den Gelehrten Babyloniens führen. Des Öfteren stösst der «Babli»-Leser auf Passagen, in denen Gelehrte einander drohen, auch physisch. Der «Babli» bestätigt diese Tendenz selbst: «Dreierlei hassen einander: Hunde, Geflügel und persische Priester. Manche sagen: Prostituierte. Und manche sagen, die Gelehrten Babyloniens (bPes 113b). Und an einer anderen Stelle im «Babli» lesen wir gar, dass sich «in Babylonien die Gelehrten in halachischen Debatten gegenseitig schaden» (bSanh 24a).
Tatsächlich werden die Diskussionen im «Babli» in teilweise martialischer Sprache geführt. Dass man für Debatten auf ein Kriegsvokabular zurückgreift, ist so ungewöhnlich nicht. Beispiele aus der griechisch-römischen, aber auch der modernen Rhetorik sind schnell zur Hand. Man wappnet sich für Wortgefechte, und auch das deutsche Wort «debattieren» weist gleich selbst auf den Schlagabtausch hin, der ihm inhärent ist. Und doch ist es erstaunlich, mit welcher Vehemenz im Babli nicht nur diskutiert, sondern dieses Diskutieren auch thematisiert wird. Sogar von «Kriegen der Thora» ist im Zusammenhang mit dem Debattieren im Rahmen des Thora-Studiums die Rede (bSanh 93b). Zum einen ist hier die Unmittelbarkeit der mündlichen Kultur spürbar, in der man schärfer «austeilt» als schriftlich. Hauptgrund für diese rhetorische Gewalt ist, gemäss dem New Yorker Judaisten Jeffrey Rubenstein, aber die neue Lernrealität der spätantiken jüdischen Akademie, in der in einer relativ stark hierarchisch organisierten Ordnung «heftiger» gelernt wurde – mitunter bis zum Exzess und bis zu Gewaltanwendungen bzw. der Androhung von solchen: «Ich würde deine Füsse mit einer eisernen Säge absägen» (bBQ 81b) ist ein solches Beispiel.
Agonale Lernkultur
Das in der Zeit der «Stammaim» intensivierte Lernklima konnte sich also sozusagen selbst vergiften. Dass man als Gelehrter – jetzt in einem beträchtlich grösseren Lernkreis als in amoraischer Zeit – rhetorisch beschämt würde, war, schreibt Rubenstein, ein stetiges Risiko: Weit öfter als in Parallelgeschichten im «Jeruschalmi» hört man im «Babli» von rhetorischen Erniedrigungen, mitunter wegen fehlendem Wissen der Gelehrten. Der Druck in diesem Lernklima muss hoch gewesen sein. Rabbi Shimon ben Halaphta soll beim Abschied gesagt haben: «Möge es Gottes Wille sein, dass du nicht beschämt wirst, noch jemanden beschämst» (bMQ 9b).
Zu dieser neuen Lernkultur passt, dass im «Babli» mehrfach eine explizite Verachtung von Juden, die keine Gelehrten sind (die «amei haarez»), spürbar ist. Die neue Akademie ist elitär. Insofern ist die kurze Geschichte über Rabbi Jehuda Hanassi, der das Lehren in der Öffentlichkeit verbot, symptomatisch – wenn auch insgesamt für den Talmud, der das Lernen für alle propagiert, untypisch: «Rabbi [Jehuda Nanassi] ordnete einst an, die Schüler nicht auf offener Strasse zu unterrichten. Er legte nämlich folgenden Schriftvers aus: ‹Die Wölbungen deiner Hüften sind wie Halsgeschmeide› (Hohelied 7,2); wie die Hüfte verborgen ist, ebenso sollen auch die Worte der Thora im Verborgenen sein» (bMQ 16a-b).
Mit dieser agonalen Lernkultur ging eine unbändige Lust am Lernen einher. Wie aber würde diese Lust mit den familiären Pflichten in Einklang zu bringen sein? Die Frage beschäftigt beide Talmude. Die Geschichte von der Frau Rabbi Akiwas, die für die langjährigen Lern-Abwesenheiten ihres Mannes, der dafür Tausende von Schülern nach Hause bringt, grenzenloses Verständnis zeigt, ist eben nur das: eine Geschichte, eine Wunschgeschichte. Viel eher spiegelt die Realität die Geschichte jenes Gelehrten wider, der bei seiner Rückkehr aus der Welt des Lernens die Strassen seines Wohnortes, ja nicht einmal seine eigene Tochter wiedererkennt. Als seine Frau, die traurig sitzend auf ihn wartet, ihren Mann erblickt, freut sie sich – und stirbt. «War es das wert?» fragt der Talmud. Das Dilemma zwischen Thora-Studium und Familie stellt sich im «Babli» wie auch im «Jeruschalmi». Aber der «Babli» ist schneller bereit, sich zugunsten des Buches zu entscheiden und in der persönlichen Prioritätenordnung das Studium vor die Liebe zur Ehefrau zu setzen. In dieser neuen Welt der babylonischen Akademie fanden die Gelehrten eine Befriedigung, welche die sexuelle, sich aus dem ehelichen Beischlaf ergebende ersetzen konnte. Lernen konnte als primäres Lusterlebnis, die Thora als Eheersatz gedeutet werden. Und entsprechend konnte das Verlassen der Thora gleichsam als Ehebruch interpretiert werden. Mit der Thora kann man, längst nicht nur an Schawuot, die Nacht verbringen. Drastisch ist diese Parallele zwischen der sexuellen Lust und derjenigen am Thora-Studium an folgender Stelle im «Babli» ausgeschrieben: «R. Schmuel b. Nahmani sagte: Es heisst ‹die liebliche Hirschkuh und die anmutige Gazelle› (Sprüche 5,19). Weshalb werden die Worte der Thora mit einer Hirschkuh verglichen? Wie die Hirschkuh einen engen Muttermund hat und daher ihrem Männchen jederzeit lieb ist wie in der ersten Stunde, ebenso sind die Worte der Thora den sie Studierenden jederzeit lieb, wie in der ersten Stunde» (bEruv 54b). Später, in der kabbalistischen Mystik, wurde die Thora noch expliziter als «Beischläferin» des Lernenden interpretiert. Bei Elija de Vidas (16. Jh.) wird das Studium der Thora gar explizit als «spiritueller Beischlaf» («zivug ruhani») bezeichnet.
Entwicklung neuer Lernkultur
Jeffrey L. Rubenstein hat ein wichtiges Buch geschrieben, auch wenn er gelegentlich überzeichnet und dadurch einigen Talmudstellen vielleicht zu viel Gewicht zuschreibt. Vieles aber deutet darauf hin, dass im fünften und sechsten Jahrhundert in der Zeit der «Stammaim» sich in Babylonien mit der Entstehung rabbinischer Akademien eine neue Lernkultur entwickelte. Das Studium der Thora wurde intensiver, in grösserem Kreis und dialektischer betrieben. Die Lust auf die Thora wurde grenzenlos. Die möglichen Nebenwirkungen waren eine stärkere Entfremdung von der Familie, ein gelegentlich elitäres Denken und heftige innerakademische Dispute.
Jeffrey L. Rubenstein: The Culture of the Babylonian Talmud. The Johns Hopkins University Press, Baltimore/London 2003.
© 2001 - 2005 tachles Jüdisches Wochenmagazin
Bemerkung:
Irgendwie sieht man sich an Jesus und seine Anhänger erinnert. Jesus verlangte lt. Überlieferung das Verlassen der Familie. Es erinnert an Paulus, der meinte, es sei in Anbetracht anstehender Notzeit und zweitem Kommen Jesu besser unverheiratet zu sein. Es erinnert an später zölibatär lebende sogenannte Christen und an die welche die Bibel als ihr Leben bezeichnen. Es war offensichtlich immer mit einem gewissen elitären Denken verbunden. Auch heftiger Disput ist im Christentum nicht unbekannt. Es hat mit inzwischen ca. 900 christlichen Gruppierungen (andere schon ausgestorben) zu wesentlich mehr Spaltung geführt, wie im Judentum.
15 September 2007
Christentum und Gewalt
Religion | Hintergrund | radioWissen | BR: "Die Gewalt in der Bibel Es gibt in der Bibel rund 600 Stellen, die von menschlicher Gewalt sprechen und rund 1000 Stellen, bei denen Gott Gewalt ausübt. Hass, Rache, Eroberung: Wer die Bibel wörtlich nimmt, macht ausgesprochen irritierende Erfahrungen. Oder ist die Bibel ein literarischer Text voll Menschenkenntnis, der Realität in all ihren Facetten abbildet? Abgründe tun sich auf, aber der Blick in den Abgrund kann aufklärend, kompensierend und therapeutisch wirken. Hasstiraden und Rachewünsche - wie sie beispielsweise in den Fluchpsalmen auftauchen - hätten dann eine wichtige Funktion als Schrei nach Gerechtigkeit, Solidarität mit den Schwachen und Wahrung ihrer Würde. Von Kränkung und Aggression befreit man sich nicht durch Verdrängung, sondern durch Artikulation und kann nur so den Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt durchbrechen. Der Gott, der sich nach solch einer therapeutischen Befreiung zeigt, ist dann tatsächlich liebend und versöhnlich."
Aus: Hannes Müller, Wurzeln d: "Aus: Hannes Müller, Wurzeln d. Gewalt in Bibel u. Christentum, Berlin 2003, ISBN 3-00-011623-0 Martin Luther: Mit der Bibel nicht nur gegen den Papst".........
Begünstigt die christliche Religion die Gewalt?: "Begünstigt die christliche Religion die Gewalt? Erschienen unter dem Titel 'Vom Blut der Feinde Christi färbt sich das Meer rot' in der Frankfurter Rundschau am 1.4.2000 - Fördert die christliche Religion Gewaltsamkeit? Seit dem Eingeständnis der Schuld der Christen durch Papst Johannes Paul II. am 12. März 2000 in Rom, seit seiner Bitte um Vergebung, die er auch auf seiner anschließenden Nahost-Reise wiederholte, ist diese Frage wieder aktuell. Vom Bremer Sozialpsychologen und Hochschullehrer Gerhard Vinnai erschien ebenfalls zu diesem Themenkomplex kürzlich im Fischer-Taschenbuch-Verlag das Buch 'Jesus und Ödipus'. -
Eine vermeintliche Liebesreligion".....
Gewalt in den Religionen: "fischer-welt
Gewalt in den Religionen Zur Funktion des Sündenbockmechanismusses Der so genannte „Sündenbockmechanismus“ hat in der kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Zunächst zeichnet er sich durch eine starke Ordnungsfunktion aus: Die Frage nach der Schuld wird eindeutig geklärt und sie liegt immer bei dem Opfer; die Verfolger, die Gemeinschaft dagegen stellt immer die Seite der Rechtschaffenden dar, die durch die Opferhaltung geeint werden. Das ist die Bedeutung des Mythos, der die traditionellen Rollenverteilungen innerhalb einer Gemeinschaft fest schreibt.......
Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH: "Bibel-Mord: Vater muss lebenslang in Haft Lübeck / lno - / - Wegen Mordes an seinem Sohn hat das Lübecker Landgericht den streng religiösen Mann aus Ratzeburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte zugegeben, den 22-Jährigen im Oktober 2006 nach einem Streit mit einem Küchenmesser von hinten erstochen zu haben. Das Motiv war nach Auffassung des Gerichts Angst vor dem Autoritätsverlust. Der 22-Jährige - das älteste der zwölf Kinder des Angeklagten - hatte dessen naive Religiosität in Frage gestellt und sich auch schützend vor die Geschwister gestellt, wenn der pensionierte Bundespolizeibeamte sie wegen banalster Vergehen verprügelte. 'Dass sein Sohn nicht alles eingesteckt und teilweise auch dagegengehalten hat, ist ihm letztlich zum Verhängnis geworden', sagtederVorsitzende. Alkohol und Partys waren für die heranwachsenden Kinder ebenso tabu wie Beziehungen zum anderen Geschlecht vor der Ehe. Seinem Ältesten hatte der Vater verboten, ein Mädchen mit nach Hause zu bringen und den enttäuschten Sohn vertröstet, er werde schon noch eine Jungfrau finden. 'Er hat uns immer gesagt, Gott werde uns geben, was wir uns wünschen, wenn wir nur darum beten, zum Beispiel ein Haus oder die Jungfrau für meinen Bruder'"....
Terrorismus
MGT: "Die von Muslimen abgegebenen Erklärungen zum Thema Terrorismus sind vielfältig und nicht nur von aktueller, sondern auch von grundlegender Bedeutung. Zum einen war der Anschlag auf das World Trade Center in New York und auf andere Ziele in den USA am 11. September 2001 ein Anlass für viele Muslime und muslimische Organisationen, zu den Ereignissen eine Stellungnahme abzugeben. Zum anderen wurde der 11. März 2004 - die Anschläge von Madrid - und die Anschläge in London am 07.07.2005 zum Anlass genommen, einen Standpunkt zum Terror darzustellen. Zusätzlich dazu gibt es aber auch allgemeine Erklärungen, die aufzeigen, dass sich die muslimische Welt schon viel früher gegen Terrorismus ausgesprochen hat."...........
Der Kampf um den Propheten
Papst
Spiritualität
14 September 2007
Bearbeiten Sie ihre Vorurteile
Außenministerin Ursula Plassnik und der Romancier Gerhard Roth im STANDARD-Interview über Gott und die Welt, Schwarz und Blau - und den "Schatz im Silbersee".....
"STANDARD:Religion ist nicht verhandelbar, Interessen sind es. Der Punkt aber ist, dass das nicht alle so sehen. Wie gehen wir mit Fundamentalisten um, die diese Ansicht nicht teilen? Plassnik: Einer der europäischen Ansätze dazu ist die Aufklärung, die ja auch eine Reaktion auf die Religionskriege war. Die hat uns beigebracht mit dem Thema Religion anders umzugehen, es zu lösen vom Staat und staatlicher Machtausübung. Das ist eine Entwicklung, die für uns heute selbstverständlich ist. Ohne werten zu wollen: Aber das ist bei anderen Religionen nicht so ausgeprägt.
Roth: Aber so viel kann man sagen: Beim Koran besteht ein Problem darin, dass er direkt von Gott stammt und dadurch nicht modifiziert werden darf. Plassnik: Teile der Bibel sind auch Gottes Gebote. Roth: Ja, das Alte Testament, die Zehn Gebote. Aber die Evangelisten sind Zeugen des Leben Jesu. Diese Schrift ist im wesentlichen von Menschen gemacht, während der Koran direkt von Gott inspiriert ist und daher eigentlich resistent ist gegenüber Aufklärung."
Abgesehen davon, dass dies nicht für gesamten Islam so zutreffend ist, gibt es wohl noch viel vor der eigenen Tür zu kehren. Was sagt bspw. die Deutsche Evangelische Allianz, in der auch Mitglieder der evangelischen Landeskirche, sind, zigfach im Netz zu finden?
"Wir bekennen uns: zur Allmacht und Gnade Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes in Schöpfung, Offenbarung, Erlösung, Endgericht und Vollendung zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung zur völligen Sündhaftigkeit und Schuld des gefallenen Menschen, die ihn Gottes Zorn und Verdammnis aussetzen zum stellvertretenden Opfer des menschgewordenen Gottessohnes als einziger und allgenugsamer Grundlage der Erlösung von der Schuld und Macht der Sünde und ihren Folgen zur Rechtfertigung des Sünders allein durch die Gnade Gottes aufgrund des Glaubens an Jesus Christus, der gekreuzigt wurde und von den Toten auferstanden ist zum Werk des Heiligen Geistes, welcher Bekehrung und Wiedergeburt des Menschen bewirkt, im Gläubigen wohnt und ihn zur Heiligung befähigt zum Priestertum aller Gläubigen, welche die weltweite Gemeinde bilden, den Leib, dessen Haupt Christus ist, und die durch seinen Befehl zur Verkündigung des Evangeliums in aller Welt verpflichtet ist zur Erwartung der persönlichen, sichtbaren Wiederkunft des Herrn Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit; zum Fortleben der von Gott gegebenen Personalität des Menschen; zur Auferstehung des Leibes zum Gericht und zum ewigen Leben der Erlösten in Herrlichkeit."
In Deutschland sind schätzungsweise ca. 5%, einschließlich Mitglieder der Volkskirche, entsprechend gläubig. Im Netz scheinen es mir "die" Aktivsten.
Evangelikale in den USA: Die Armageddon-Lobby |: 05.08.2006 tagesschau.de: "US-Evangelikale und der Libanon-Konflikt Die 'Road Map' führt nach Armageddon Bomben auf Beirut, Katjuschas auf Haifa: Die evangelikalen Christen in den USA sehen im aktuellen Nahost-Konflikt den Anfang vom Ende, soll doch in Israel der Showdown zwischen Gut und Böse stattfinden. Deshalb unterstützen sie Israel - damit die Welt wie vorgesehen untergehen kann. Von Julia Leonhard".........
USA: Politischer Einfluss der religiösen Rechten steigt | tagesschau.de: "Religion war schon immer wichtiger In US-Medien war sogar von evangelikalen 'Greiftrupps' die Rede, die am 2. November systematisch Wähler zu Hause abholten, um sie an die Urne zu bringen. Zum Bush-Wählen, versteht sich. Eine religiöse Gemeinschaft, die aktiv in den Wahlkampf eingreift, erscheint Nichtamerikanern ungewöhnlich. Lugo stellt aber klar, 'dass Religion schon immer eine größere Rolle in unserer Gesellschaft gespielt hat als in anderen. Einerseits stehen die Amerikaner zwar hinter der Trennung von Staat und Religion, andererseits aber soll Religion in moralischer Hinsicht Leitlinie für Politik und soziales Leben sein'. Moral und religiös geprägte Weltsicht seien für 70 Prozent der US-Bürger identisch, zitiert Lugo aus einer Pew-Studie."
Ein Baptist im Weißen Haus | Kultur & Panorama | Deutsche Welle | "In den USA leben die wohl mit Abstand religiösesten Bürger aller entwickelten Industriegesellschaften. Fast zwei Drittel aller Amerikaner sind nach eigenem Bekunden gläubig, die Kirchen sind am Wochenende voll. Die meisten Amerikaner beten täglich - auch in der Öffentlichkeit -, und sie glauben an ein Leben nach dem Tod. Kann es da verwundern, dass die Religion auch in der Politik eine wichtige Rolle spielt?"
«Evangelikale: Sexfixiert wie ein arabischer Scheich»: "Reformierte Nachrichten Zur Nachrichten-Übersicht «Evangelikale: Sexfixiert wie ein arabischer Scheich» 18. Januar 2001 / 15:25:59 Jan Lindhardt, Bischof von Roskilde, Dänemark, hat die evangelikaler Sexualmoral mit derjenigen im Islam verglichen. Dies hat für Proteste gesorgt. Seine Bischofskollegen wollen jedoch die rassistischen Aussagen nicht kommentieren. RNA/RP"
Ein Mensch wie Du und ich: Probleme mit dem Kopftuch?"
IGMG :: das islamische portal: "14.9.2007 Bombendrohung gegen Aachener Moschee Aachener Moschee nach Bombendrohung geräumt und abgesperrt Am Donnerstagabend ist eine Moschee in Aachen nach einer Bombendrohung geräumt und abgesperrt worden. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aachen sagte, dass kurz vor 18.00 Uhr ein Anrufer gedroht habe, eine Bombe zu zünden, falls die Moschee nicht geräumt werde. Daraufhin habe die Polizei das Gebäude weiträumig abgesperrt und durchsucht. Der Donnerstagabend war der erste Tag des Fastenmonats Ramadan, rund 400 Gäste wurden in der Moschee erwartet. Nach der Bombendrohung musste die Moschee geräumt werden. Die Sperrung wurde wieder aufgehoben, nachdem bei der Durchsuchung eine Bombe nicht gefunden wurde. Anhaltspunkte darüber, wer der Anrufer gewesen sei, gebe es derzeit keine, so die Polizei."
FRANKENPOST | „An Ufos zu glauben ist extravagant“
Was wissen wir, was vor der Sintflut (ggf. vielen Überschwemmungen) wirklich war? Wer waren die Riesen und Götter, welche die Bibel erwähnt wirklich? Es lässt jedenfalls Raum für Phantasien.