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11 Mai 2010

Existiert eine Liste jedes Individuums ? -

Existiert eine Liste jedes Individuums ? - Yahoo! Clever: "Begehren macht keine Tatsache.


Begehren macht keine Tatsache.

Der Wind ist nur Schallträger.
Seit wann gibt es Menschen? Seit wann gibt es Schriftzeichen?

Gemäß Mose:
Lehre = wie Regen und Tau. Nur das ist wahr. Worte und graphische Zeichen vergehen.

Graphische Zeichen haben keine Magie.

Nachdem aus der Höhlenmalerei die prosemitischen Zeichen entstanden, hat man Namen aufgeschrieben, eine Art Ahnentafel, Kirchenbuch. Die meisten Menschen kommen nicht mehr vor 17 Jh., betreffend Ahnen, weil Kirchenbücher verloren gingen, mit Brände, Pest, usw..

Mormonen haben die größte Datenbank, mit Namen (meist bis 17 Jh.) Daneben gibt e Staatsarchive. Wer Adel oder Gerichtspersonen in der Familie hatte, kommt bis 12 Jh. . Das ist Grenze.

Ein Vulkan lässt auch die Asche verglühen. Asche brennt nicht. Energie ist unvernichtbar. Aber Graphische Zeichen und Worte vergehen in Schall und Rauch, wie die Schlafkammer im Gehirn. . Es sind auch schon viele Sprachen verloren gegangen.

@quaz
Das Spekulantenbuch 'Joh. Offb' hat die Syrich orth. kirche von Antiochien (offiziell erste christl. Kirche) nicht in den Bibelkanon aufgenommen. Demnach fallen den fromm Kinderchen aber 1/3 = von bisher ca. 70 Trillionen entdeckten Sterne auf die Erdscheibe, samit Bauchnabel, (den Adam nicht hatte).
Vom Buchgötze kein Gehirn überliefert, darf man die botanisch nicht existierenden Senfbäume, in den Hosen kleiner frommer Kinder suchen., denn ihr Buchgötze kannte immerhin Nieren, vor allen Dingen vollgeblasene sterile transplantierfähige hohle Herzen.

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am Dienstag, 11. Mai 2010, um 09:40:33 Uhr.

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Was meint ihr?Hat ein Mensch das Recht, sein Leben selbst vorzeitig zu beenden? -

Was meint ihr?Hat ein Mensch das Recht, sein Leben selbst vorzeitig zu beenden? - Yahoo! Clever:

"Straft dich ein Tischbein, wenn du dagegen stößt?

Rechtsgültig ist die Verfassung, nicht irgendein Kultglaube, an Hölle = Göttin Hel (Norwegen), Teufe = Tiefe, nicht identifizierte überirdische Person Gott.
Geist (Wind, Atem, Hauch) ist kein Gehirn.
Med. Hirntod bedeutet, dass Schlafkammer und Sprachzentrum, im Gehirn unwiderbringlich Bewusstseinsende haben. Energie ist unvernichtbar. Aus Zellen, ohne Hormone, wird keine belebte Natur, sondern allenfalls organischer Kondensationskeim.

Der freiverantwortliche Suizid ist schon seit Einführung des Strafgesetzbuchs 1871 straffrei. Anderes wäre widersinnig. Dornröschenschlaf ist nicht.
Da andererseits das Recht auf Leben ist, ebenso die Pflicht Leben zu schützen, ist der Umgang damit entsprechend. Man wird also einen Suizidgefährdeten in der Regel der Landesklinik zuführen, weil hier doch mindestens eine kurzfristige Ausweglosigkeit für die Betroffenen scheint.
Missglückte Versuche, werden u. U. auf der Intensivstation behandelt, mit entsprechender Fortsetzung.

Kirche hat Anno Tubak eher die Angehörigen gestraft. In Auswirkung war es Verweigerung von Trauerfeierlichkeiten, Friedhofsplätzen.

Spätestens seit dem sich auch berühmte Kirchenliedermacher, vor Einweisung in KZ, umbrachten, ist da Umdenken.


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am Dienstag, 11. Mai 2010, um 00:24:15 Uhr.

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22 April 2010

Wenn es in der Hölle kein Platz mehr gibt, dann kommen die Toten zurück?

Eigenartiger Spruch: “wenn es in der Hölle kein Platz mehr gibt, dann kommen die Toten zurück?:


Prophezeiung gab es nicht, weil nach Geschehen geschrieben wurde. Wenn Menschen nicht auffindbar sind, ist es Sache der Justiz für tot zu erklären. Bspw. in Erbschaftsangelegenheiten.

Etwa 106,6 Milliarden Menschen, die bisher lebten, lassen sich auch nicht in Harmagedon unterbringen. Das funktioniert so wenig wie die 1/3 Sterne, (ca. 70 Trillionen - mit 22 Nullen), die auf Erdplatte fallen sollen. (Joh. Offb.)

Die Hölle (Göttin Hel) mit Teufe = Tiefe (Untertagebau) in Norwegen, 'Kristiansand', hat mittlerweile nicht nur Gesäßschutz, sondern auch Tunnelortungssystem, zwecks besserer Bergung der Verletzten, mit Rettungsorganisationen. Wenigstens diesbezüglich ist Vernunft und Fortschritt.

Im Fegefeuer ist Zähneklappern? Ätsch! Ich nehme aber keine Zähne mit! Mit damaligen Phantastereien meinte man mit Zähnklappern wahrscheinlich den Donner.

Erste Texte waren nicht von Katholiken. Aber wieviel Nachbesserung war, überprüft keiner anhand von ein paar Schnipsel aus 2/3 Jh. Ältester Teil der dem heutigen gleicht (bezüglich sogenanntem NT) ist aus 4. Jh. Häppy Kadaver (Joh Offb.) , für Spinner, hat die erste Kirche (syrich orth.) nie in den Kanon aufgenommen.

Gesäßdekubitus, Däumchendrehen, und Plärren ist kein Fortschritt.

Im Übrigen ist Energie unvernichtbar. Es werden nur nicht die Wahnphantasien von Anno Tubak sein.

Die Leitprinzipien des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland sind in Art. 1, 20, 28 und in 79 III GG genannt. Ausgangspunkt ist dabei Art. 1 des Grundgesetzes, der das oberste Prinzip festlegt: die Unantastbarkeit der Würde des Menschen und die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt, sie zu achten und zu schützen.

Nötigung, Drohungen ohne Begründung, Versprechungen, die der Versprecher nicht erfüllen kann, gehören da nicht hinzu. Veräppeln kann sich jeder selbst, wie lustig., aber nicht andere.

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am Donnerstag, 22. April 2010, um 23:58:26 Uhr.



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24 September 2006

Tod

Demo zu
Gedenktag der
Psychiatrie-Toten

von mos - 23.09.2006 19:40
Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) hat den 2. Oktober zum Gedenktag der Psychiatrie-Toten erklärt. Gedacht wird der durch oder in Folge psychiatrische(r) Behandlung verstorbenen Menschen.Der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Nordrhein-Westfalen (LPE NRW) e.V., ruft zu einer Demonstration auf Das Rechtsinstitut der rechtlichen Betreuung wurde in Deutschland durch das am 1. Januar 1992 in Kraft getretene Betreuungsgesetz geschaffen. Die rechtliche Betreuung ist an die Stelle der früheren Vormundschaft über Volljährige und der Gebrechlichkeitspflegschaft getreten und geht über sie deutlich hinaus. Sie ist im wesentlichen in den §§ 1896ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt. Das gesetzgeberische Ziel der Reform war Betreuung statt Entmündigung, um den Betroffenen Hilfe zu einem frei selbstbestimmten Leben zu leisten. Das Grundrecht auf Selbsbestimmung ergibt sich aus Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetz (GG). .....Quelle


Seufz, an dieser Stelle könnte ich jetzt viel aus beruflichen und privaten Erfahrungen berichten.




Die Wurzeln des Umdenkens (in der Psychiatrie) liegen vor allem in England. Der Quäker William Tuke (1732-1822) gründete 1794 in York ein privates "madhouse", dem er den programmatischen Namen "The Retreat" gab. Die heilsame Einsamkeit in einer idyllischen Landschaft bot Schutz vor der Welt und vor der aus den Fugen geratenen Natur, die sich in der psychischen Krankheit äußerte. Offenbar ist es im "Retreat" gelungen, auf Prügel, Ketten und Zwangsjacken zu verzichten. Besucher waren von der freundlichen Atmosphäre beeindruckt. Gerade auch deshalb beeinflusste das Ideal der heilsamen ländlichen Einsamkeit die Zielvorstellungen der Reformpsychiater des 19. Jahrhunderts nachhaltig. Geschichte der Psychiatrie

Freiheitsglocke Liberty Bell im ehemaligem
Quäkerstaat
Pennsylvanien, Philadelphia



Freilich ist es seltsam, die Erde nicht mehr zu bewohnen,
kaum erlernte Gebräuche nicht mehr zu üben,
Rosen, und andern eigens versprechenden Dingen
nicht die Bedeutung menschlicher Zukunft zu geben;
das, was man war in unendlich ängstlichen Händen,
nicht mehr zu sein, und selbst den eigenen Namen
wegzulassen wie ein zerbrochenes Spielzeug.
Seltsam, die Wünsche nicht weiterzuwünschen. Seltsam, alles, was sich bezog, so lose im Raume
flattern zu sehen. Und das Totsein ist mühsam
und voller Nachholn, daß man allmählich ein wenig
Ewigkeit spürt. - Aber Lebendige machen alle den Fehler, daß sie zu stark unterscheiden. Engel (sagt man) wüßten oft nicht, ob sie unter
Lebenden gehn oder Toten. Die ewige Strömung reißt durch beide Bereiche alle Alter immer mit sich und übertönt sie in beiden.


(Aus: Duineser Elegien von Rainer Maria Rilke:)

So ist es!

Meines Wesens Dunkelstunden Interpret / Silvan Wagner
- Webradio - Realplayer öffnet.-



Kind des Lichts

Dunst

Hi 21, 34
Wie tröstet ihr mich nun mit Dunst? Und von euren Antworten bleibt nur Treulosigkeit übrig.

Angesichts des missbrauchenden Gottes: Eine Protesttheologie: "......Aber am wichtigsten ist protestieren; das heisst, die Warhheit bis hin zu Gott sagen. Hier enthält die Tradition viele Beispiele: Abraham der gegen die Zerstörung Sodoms protestiert. Hiob der gegen seinen eigenen Missbrauch protestiert. Das ganze Buch Hiobs ist ein Protest. Hiob lehnt Gott nie ab; Hiob lehnt auch die Macht Gottes nicht ab. Hiob protestiert: ich bin schuldlos; Du, Gott, bist ungerecht. In der Tradition findet man auch liturgische Gedichte in denen gegen das Schlachten der Juden, das immer ein Teil der Kreuzzüge war, protestiert wird. Man findet auch den 'Din Torah' -- ein Gerichtsverfahren, mit Rabbinern als Rechtanswälte und Richter, in dem Gott der Angeklagte ist. Einer der stärksten Texte der Protesttradition ist Psalm 44. Ich habe den Text dieses Psalmes für Sie prepariert und ich möchte ihn Ihnen vorlesen und erklären. Psalm 44 ist in fünf Teile geteilt. Die ersten zwei Teile wurden gerade vor dem Eintritt in einen Krieg hergesagt. Dieser Teil war vielleicht ein Gebet weil wir die Stimmen des Volkes und der Priester hören können. Passen Sie auf den Wechsel von Pronomina zwischen Priester und Volk im zweiten Teil auf. [read 1 and 2] Zwischen dem zweiten und dem dritten Teil ist etwas passiert. Das Volk hat den Krieg verloren; die Niederlage war schwer -- viele Verluste. "


2 Gott, wir haben es mit unseren eigenen Ohren gehört,
unsere Väter haben es uns erzählt,
was du getan hast zu ihren Zeiten, vor alters.
3 Du hast mit deiner Hand Nationen enterbt
dann hast Du unsere Ahnen eingesetzt;
Du hast die Völker verderbt, und sie vertrieben.
4 Wahrlich, unsere Ahnen haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert,
ihr Arm half ihnen nicht;
sondern deine Rechte, dein Arm, und das Licht deines Angesichts
denn du hattest Wohlgefallen mit ihnen.
5 Du, Gott, bist mein König.
Befehle den Sieg Jakobs!
6 Mit dir werden wir unsere Feinde durchbohren.
Mit deinem Namen werden wir die, die sich uns widersetzen, zertreten.
7 Wahrlich, ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen
und mein Schwert kann mir nicht helfen.
8 Wahrlich, du hast uns auch wider unsere Feinde geholfen
und hast zu Schanden gemacht die, die uns hassen.
9 Täglich rühmen wir durch Gott;
deinem Namen danken wir ewig. Sela.
10 Aber jetzt verlässt und beschämst du uns.
Du ziehst nicht aus mit unserem Heer.
11 Du schlägst uns in die Flucht vor unserem Feind.
Die, die uns hassen, zerfleischen uns freiwillig.
12 Du gibst uns wie Schafe zum Frass.
Du zerstreust uns unter die Nationen.
13 Du verkaufst dein Volk umsonst.
Du gewinnst nichts an ihrem Preis.
14 Du machst uns zur Schmach unserer Nachbarn,
zum Spott und Hohn derer, die um uns sind.
15 Du machst uns zum Beispiel unter den Nationen,
zum Kopfschütteln unter den Völkern.
16 Täglich ist meine Schmach vor mir,
mein Antlitz ist voller Scham
17 von den Stimmen der Vorwerfer und Gotteslästerer,
von dem Wunschbild der Rache am Feind.
18 Dies alles ist über uns gekommen,
doch haben wir dich vergessen?!
Haben wir deinen Bund verlassen?!
19 Unser Herz ist nicht abgefallen,
noch unser Gang von deinem Weg gewichen.
20 Obwohl du uns in betrübtem Ort zerschlägst
und uns mit tiefer Finsternis bedeckst,
21 haben wir den Namen unseres Gottes vergessen?!
oder unsere Hände in Gebet zum fremden Gott erhoben?!
22 Lass Gott selbst es nachprüfen!
Er kennt ja unseres Herzens Grund!
23 Täglich werden wir ja deinetwillen getötet!
Wir sind wie Schafe zum Schlachten!
24 Wache auf!!
Warum schläfst du, Herr?!
Erwache!!
Verstosse uns nicht ewiglich!
25 Warum verbirgst du dein Angesicht?!
Warum vergissest du unser Elend und unsere Drangsal?!
26 Denn unsere Seele ist in den Staub zerstampft,
unser Leib klebt am Erdboden.
27 Steh' auf!!
Hilf uns!!
Erlöse uns um deiner gnadevollen Liebe willen!!



Kind des Lichts

22 September 2006

Tod



Von Fieberschüben erholt, bin ich tatsächlich zur Bestattung gekommen. Ich hatte Zweifel, dass ich es schaffe. Ich zog, dank Ausleihen von Herrenbekleidung, nicht fein gemacht, aber Hauptsache in Schwarz, los. So kurzfristig war nichts Besseres zu besorgen. Ohne die schwarze Kluft wäre ich schwer aus dem Rahmen gefallen. Anderes war kleineres Übel. Die Hosenbeine wurden mit Gummi hochgezogen und die vielen Knöpfe am Hosenschlitz wurden nicht alle geschlossen. Bevor man die alle auf hat, hätte leicht ein Malheur passieren können.

Die Bestattungsmesse, in der Kirche (scheußlich grauer Betonkasten, aus den 60er Jahren), die ich seit Jugendtagen nicht mehr von Innen sah, war in etwa wie vorgedacht. Bis auf Verwandte waren kaum andere da. Aber die Verwandten erschienen nahezu vollständig. Immer wieder erstaunlich, dass man zu Beerdigungsfeiern Zeit findet. Der letzte noch lebende Bruder der Mutter war bspw. in 50 Jahren ein einziges Mal bei ihr zu Besuch. Manch anderer war noch nie da.

Der Pfarrer erwähnte kurz, dass der Verstorbene nach seiner Ausbildung in die Stadt zog, weil er zu wenig für Familiengründung verdiente, 40 Jahre in einer Firma war, 50 Jahre dort lebte, sich gut mit Handwerklichem selbst beschäftigen konnte, ein guter Vater und Ehemann war. Der größte Teil richtig, war das Alles. Den guten Vater kann ich, mit meinem Erleben, nicht bestätigen. Und was den Ehemann angeht, hat die Mutter, meines Wissens, mir gegenüber nie verlauten lassen, das er gut war. Sie hat viel gelitten, weil er tagelang beleidigt schweigen konnte. Das hat sie oft erzählt. Aber gut fand sie bestimmt, dass er sein Einkommen immer an sie abgab, sie dann Taschengeld an ihn ausgab. Ansonsten war für ihn wichtig, dass das Essen pünktlich, auf die Minute, auf dem Tisch stand. Geschah dies nicht, konnten Schüsseln an die Wand fliegen. Das sah dann auch mal sauerkrautig aus. Nicht das er hauswirtschaftlich unbegabt gewesen wäre, aber bei, lt. seinen Äußerungen, "drei Weibern" im Haus, erwartete er zu Solchem eine Bedienung von hinten bis vorne, wusste einen Pascha herauszukehren. Alle paar Jahre zeigt er auch mal, dass er es besser konnte, wie alle Weiber. Dann wurde Cremekuchen gebacken, Schürze genäht, der Abstellraum geschrubbt. Was die Häufigkeit angeht, soll sich in Manchem etwas geändert haben, wie die Kinder aus dem Haus waren.

Zurück zur Predigt. Der Pfarrer baute diese auf eine der letzten Fragen des Verstorbenen an die Mutter auf: "Wo wird es hingehen?" Der Pfarrer sprach von den vorbereiteten Wohnungen, Weiterleben. (Das Thema himmliche Wohnungen erscheint mir eine sehr materielle Ausrichtung.) Ich habe keine Vorstellung, kann es so jedenfalls nicht glauben.
Mit der Kirchengymnastik "sitzen, stehen, knien", in der richtigen Reihenfolge, hatten so ziemlich alle Gäste Probleme. Obwohl nahezu alles katholisch, hatte man scheinbar keine Beziehung mehr dazu. Teilweise äußerten die Verwandten auch, dass sie keinen Draht zur Kirche haben. So war ich dann nicht allein damit. Wäre peinlich gewesen, wenn ich allein hilflos rumgeturnt wäre. Zu den Liedern suchte nicht nur ich vergeblich einen Anschlag der Seitenzahl. Küster und Pfarrer sangen mehr oder weniger allein.
Endlich das letzte Lied im Gesangbuch gefunden, erinnerte ich die Melodie noch. Aber der Text passte nicht zu meiner Glaubensauffassung, weil Anbetung eines Menschen, der nicht mehr unter uns ist. Zur Anrufung des aktuell Verstorbenen hat der Pfarrer auch aufgerufen. Ich dachte, nach katholischem Kirchenrecht sei das frühestens mit Seligsprechung möglich. Aber für Angehörige gelten dann scheinbar Ausnahmen. Man lernt nicht aus. Die Messe hat mich im Übrigen nicht berührt. Ich verstehe nicht, wie Menschen das etwas geben kann.

Am Grab überrollten Gefühle. Aber nicht weil ich geistig in dem Sarg einen guten Vater sah.
Vielleicht ging es Mutter, Schwester und Neffe anders. Sicher ist, dass sie schon allein auf Grund dessen, dass sie in einem Haus wohnen, intensivere Beziehung hatten. Für den Neffen gilt es nicht mehr. Er ist bald nach dem er die Schule verlassen hat, mit 16 J., erst mal zu einer 42 jährigen Freundin gezogen, hat danach meist Sozialhilfe bezogen, dauernd irgendwo Schulden gemacht und für ein knappes Jahr landete er auch mal in Haft, dann in Obdachlosenunterkünften. Ich weiß, dass der Opa ihm oft zusteckte. Er mag sich mindestens äußerlich im Enkel wiedererkannt haben. Bei Oma war seitens des Neffen wohl kaum etwas zu holen. Diese hatte von Anbeginn seines Lebens offensichtlich nichts für ihn übrig. Meine Schwester und Sohn sind auch alles andere wie Harmonie.


Ich sah ein paar Verwandte, die ich noch nicht kannte, u. a. einen Cousen, der nun bereits um die 55 Jahre ist und auch meinen Großneffen das erste mal. Während dem Kaffee saß ich im engsten Familienkreis, wobei insbesondere die Schwester mich schnitt. Anlass: Ich hatte die Erwartung des Vaters (oder auch der Mutter) nicht erfüllt. Das hat sie mir beigebracht. Ich habe geschwiegen. Ausgerechnet auf einer Bestattung gräbt man keine Leichen aus. Davon abgesehen wurde schon früher deutlich, dass sie sich an Vieles nicht erinnert oder nicht erinnern will. Aber völlig unwissend ist sie auch nicht.

Ausnahme zu Verwandten, am Tisch, war die jüngste Tochter Regina, der Erstvermieter. Dort verbrachte ich meine ersten sechs Lebensjahre. Die Wohnung war erbärmlich klein, mit massiver Schräge, winzigen Fenstern, die der Verstorbene auch noch verdunkelte, mit einem Rahmen, der mit schwarzer Pappe ausgelegt war. Das tat er wegen seiner häufigen Nachtschicht, damit er am Tag schlafen konnte. Ich erinnere viele Wachstunden in dieser Dunkelheit, in denen ich meine Pappbilderbücher knabberte. Die Wohnung der Vermieter, im Erdgeschoss, war vergleichsweise groß, hell, freundlich. Ich war dort spürbar gut gelitten. Deshalb war das damals ein Lichtblick für mich, wenn ich dort sein durfte. Ich wurde von der Vermieterin auch manches mal vor einer Tracht Prügel gerettet, weil sie heimlich meine verschmutzte Wäsche gewaschen und gefönt hat. die dann am Abend, wenn Mutter von der Arbeit zurück kam, wieder trocken war. Wenn ich damals menschliche Engel erlebte, dann war es dort.
Regina, 5 Jahre älter, hat mit mir gespielt,
mich gerne verwahrt, wie sie jetzt noch zu berichten wusste. Sie verhalf gelegentlich dazu, dass ich mal, abgesehen von Kindertagesstätte, vor die Türe kam. Die Kindertagesstätte mochte ich nicht, weil mich die Erzieherin mit Wort und Tat quälte. In meinem 6ten Lebensjahr zogen wir dort weg, weil ein Haus gekauft wurde.



1961

Regina schenkte mir eine Puppe zum Abschied, die ich nach ihr benannte. Ich sah Regina dann bis zur Bestattung des Verstorbenen nie wieder. Selten hörte ich auf Umweg Mutter noch etwas von ihr. Kein Mädchen, dass mit Puppen spielte, sondern sich eher mit Lego, Mikroskop, etc. befasste, wurde die bezeichnete Puppe damals für mich Alles, soweit es psychische Entlastung brachte. Die Puppe hörte in meiner Phantasie zu. Irgendwann hatte die Schwester der ohnehin nicht besonders hübschen Babypuppe ein Auge ausgestochen und sie sah sehr leidend aus. Aber das tat ihrer Funktion keinen Abbruch. Grausam war hingegen, wenn die Mutter, in Bestrafungsaktionen, diese Puppe wegnahm. Dann fühlte ich mich völlig verlassen.
Es war mehr, wie irgendeine Puppe für mich. Für mich ein Ersatzmensch, wusste die Mutter offensichtlich, wie weh sie damit tat. Weder Hilfe, noch Abgrenzung oder zur Wehr setzen, war möglich. Im neuen Umfeld gab es keine so warmherzige Nachbarschaft. Entweder hatte der Verstorbene oder der kinderlose Nachbar Nachtschicht. Folglich musste man, am Tag, nahezu immer im hellhörigen Reihenhaus, Marke Billigbau, schleichen. Ansonsten gab es Ärger. Wenn ich Kontakte hatte, war es nicht recht, wurde es bestraft, soweit man davon erfahren hat. Das es raus kam, dafür sorgte immer eine Kollegin der Mutter. Blöde Petze!!! Zur Ablehnung genügte anderer Dialekt und/ oder schulische Ehrenrunden der Schulfreundinnen. Die Kurzschuljahre hatten viele nicht verkraftet, so das Ehrenrunden fast die Regel waren. Später genügten auch, das eine Freundin ältere Brüder hatte. Zu dem wohnte sie ein wenig weiter weg. Es war so auch noch eine kaum befahrene Straße zu überqueren. Das war verboten. Die Gefahren Drinnen interessierten nicht. Dummerweise gab es in dem Radius in dem ich mich bewegen durfte, nichts anderes.

Die Person Regina wurde nicht vergessen, verblasste aber in meiner Erinnerung, während die Puppe Regina bis ungefähr 12te Lj neben mir im Bett liegen blieb, soweit sie nicht von Mutter versteckt war.



Ich saß fast während gesamter Zeit, am 21.09.06, nach Bestattung, mit Regina zusammen. Dabei empfand ich eine große Seelenverwandtschaft während dem Gespräch mit ihr. Wir sprachen über damals, Gott und Welt. So wurde Licht spürbar. Sie konnte sich u. a. auch jetzt noch mit daran freuen, was sie mir damals, mit ihrer Puppe (einem Teil ihrer selbst) gegeben hat. Das hatte sie ja seinerzeit nicht mehr erfahren.

Vater und Tochter.....



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Kinderaugen schreien



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19 September 2006

Tod

Heute erhielt ich Nachricht von der Mutter, dass ihr Gatte bereits am 14.09.06 verstorben ist, am 21.09.06 beerdigt wird. Er starb dank falsch verordneter Medikamente und folgendem Nierenversagen. Mutter meinte, er habe vor seinem Tod gesagt, dass ich nicht zur Beerdigung kommen brauche. Anlass: Ich war lange nicht dort! (Abgesehen vom gestörten Verhältnis sah ich die Lage nach meinem Ermessen nicht so akut. Nach letzten Mitteilungen der Mutter, am 06.09.06, hatte er im Krankenhaus Pflegestufe 1 erhalten, konnte wegen Kreislaufschwäche nicht an der Bandscheibe operiert werden.)
Ich habe jedenfalls erwidert: "Nun gut, dann komme ich eben nicht zur Beerdigung!" Sie lenkte ein und ich erklärte: "Wenn ich komme, komme ich ohnehin nicht für ihn, sondern für dich. Er merkt nichts mehr davon.

Als Kind hatte ich die Vorstellung, das man bei der eigenen Beerdigung zusieht. Heute kann ich mir das nicht mehr vorstellen. Vielleicht hatte er solche Gedanken. Bekannt war durch Mutter, dass er über das, was nach dem Tod sein wird, nachdachte, sie fragte: "Was wird wohl sein?" Sie habe geantwortet: "Mir ist es egal, es ist auch egal, wenn ich in eine Hölle komme. Wenn ich an Hölle im Jenseits glauben würde, wäre mir der Gedanke in Solches zu kommen, nicht egal. Zu beweisen ist im Hinblick auf Jenseits meines Erachtens nichts. Aber ich glaube und hoffe doch mehr oder weniger auf ein Jenseits. Allerdings irgendwie anders wie von Bibel, bzw. Kirchen beschrieben. Ein Gott der Menschen ewig leiden lässt oder vernichtet, wäre ein Gott der keine Feindesliebe weiß, im Übrigen einen Teil seiner selbst vernichtet. Damit würde er seine Forderungen an Menschen, mit seinen Taten, unterbieten. Folglich wäre es kein Gott.
Ich gehe davon aus, dass sich der letzte Atemzug, mit dem großen Atem verbindet. Vielleicht ist man dann Wind? Welche Wahrnehmung hat der Wind? An dem Punkt bin ich mit meinen Vorstellungen zu Ende. Goldene Straßen, Wohnungen, etc., also materiell, denke ich mir ein Jenseits, soweit es das gibt, jedenfalls auch nicht. Ich kann mir irgendwie auch nicht vorstellen, dass gar keine Anforderungen mehr da sind, wie nur noch "Halleluja" singen. Aber welche Anforderung könnte dann sein?Ohne heiraten, ohne Meinungsverschiedenheiten, ohne Essen, ohne Sorgen? Nur noch Halleluja? Ich fürchte, da würde mir doch einiges fehlen. Weniger Stress, weniger Zwänge, weniger Ängste, weniger Sorgen, kein Hunger, Krieg und Leiden, kein Kampf um Daseinsberechtigungen, wie es in der Welt teilweise ist, wäre dennoch Wunsch. Aber vielleicht sollte man dass besser schon irgendwie im Diesseits anstreben. Je nach Verfassung machen mich Jenseitsvertröstungen jedenfalls sehr sauer und Höllenvertreter noch viel mehr.

Kind des Lichts