23 Oktober 2007

Gefängnisse und Psychiatrie

Gefängnis - Wikipedia: "Gefängnis ist die früher übliche amtliche Bezeichnung für ein Gebäude zur sicheren Unterbringung von Untersuchungsgefangenen oder wegen einer Straftat verurteilten Strafgefangenen. In der Umgangssprache ist Gefängnis der Begriff für jede Art von strafrechtlich verordnetem Freiheitsentzug, oft werden auch die abfälligen Begriffe Knast oder Bau verwendet. Offiziell heißen Gefängnisse heute in Deutschland Justizvollzugsanstalt (JVA), in der Schweiz Strafanstalt und in Österreich Justizanstalt. In der Sprache internationaler Organisationen - wie zum Beispiel dem Committee for the Prevention of Torture - beginnt sich der Terminus Haftort durchzusetzen. Psychisch kranke oder suchtkranke Straftäter werden unter bestimmten Umständen im Maßregelvollzug untergebracht............

Gefängnisgeschichte

Newgate-Gefängnis - Wikipedia: "Die Sozialreformerin Elizabeth Fry (* 1780; † 1845) protestierte ab 1813 gegen die unmenschlichen Haftbedingungen in Newgate und forderte Verbesserungen, die allerdings nur sehr allmählich durchgesetzt werden konnten. Erst 1858 wurde das Innere mit einzelnen Zellen ausgestattet."

Meyers Konversationslexikon: Band 6, Seite 765: von Fruska Gora bis Fuad Pascha: "Fry (spr. frei), 1) Elisabeth, der 'Engel der Gefängnisse' genannt, geb. 21. Mai 1780 zu Cartham Hall bei Norwich als Tochter des Schloßbesitzers und Quäkers John Gurnay, stiftete auf dem Familienlandsitz Plashet House eine Freischule für verwaiste Mädchen, die sie nach ihrer Verheiratung mit dem Londoner Kaufmann Joseph F. (1800) nach und nach erweiterte. Später gründete sie in London eine Schule für die Kinder der Gefangenen in Newgate und 1819 eine Lehr- und Arbeitsschule für verurteilte weibliche Gefangene, die unter dem Namen des Newgater Vereins von einer Vorsteherin und zwölf Frauen geleitet wird, und war überhaupt 21 Jahre lang unermüdet thätig für die Verbesserung des Loses der Gefangenen. Selbst nach Amerika, Frankreich, der Schweiz, Deutschland unternahm sie zu diesem Zweck 1837-43 Reisen. Sie starb 12. Okt. 1845 in Ramsgate. Ihre Denkwürdigkeiten wurden von ihren Töchtern (2. Aufl., Lond. 1848, 2 Bde.; abgekürzt 1868; in deutscher Bearbeitung, 2. Aufl., Hamb. 1858) veröffentlicht. Vgl. Bunsen, Elisabeth F. an die christlichen Frauen und Jungfrauen Deutschlands (Hamb. 1842); Susannah Corder, Life of E. F. (Lond. 1853); Pitman, Elizabeth F. (das. 1884).


Elizabeth Fry - Wikipedia: "

Während eines Besuches in Irland im Jahre 1827 wurde ihre Aufmerksamkeit auf Krankenhäuser gelenkt. Sie erreichte auch hier eine Verbesserung der Behandlung von Geisteskranken.

1838 besuchte sie Frankreich wo sie mit führenden Beamten der Gefängnisse zusammentraf. 1839 erhielt sie die offizielle Erlaubnis alle Gefängnisse in Frankreich zu besuchen um einen detaillierten Bericht erstellen zu können. Im Sommer 1840 reiste sie durch Belgien, die Niederlande und Preußen, in Folge dessen sie Theodor Fliedner und Johann Hinrich Wichern dazu motivierte sich für Bedürftige einzusetzen. Nach ihrer Rückkehr nach London gründete sie dort das Institute of Nursing, das wohlhabende und gläubige Frauen aufnahm, um sie in praktischer häuslicher Krankenpflege zu unterrichten. Ab 1843 war Elizabeth Fry aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage Reisen zu machen. Aber sie hielt immer noch den Kontakt zu den diversen Gefängnisbeamten um weitere Verbesserungen zu überwachen.

"


Pentonville-Gefängnis - Wikipedia: "Das erste moderne Gefängnis Londons, das Millbank-Gefängnis, wurde 1816 eröffnet. Es verfügte über separate Zellen für 860 Gefangene und erwies sich in seiner Funktion als zufriedenstellend. Somit diente es als Vorbild für Gefängnisse, die für das erhöhte Aufkommen an Gefangenen nach Abschaffung der Todesstrafe für viele Verbrechen benötigt wurden. Des Weiteren wurden auch weniger Gefangene deportiert, was die Anzahl der zu Inhaftierenden weiter steigen ließ."

Zellengefängnis Lehrter Straße - Wikipedia:
Das Zellengefängnis Lehrter Straße war ein preußisches Gefängnis im Berliner Stadtteil Moabit an der Lehrter Straße 1–5.

Der Planung zum Bau eines Mustergefängnisses war eine Gefängnisreform des Königs Friedrich Wilhelm kurz nach seiner Thronbesteigung voraus gegangen. In der Kabinettsorder vom 26. März 1842 billigt er den Bau des Gefängnisses nach Plänen von Carl Ferdinand Busse als Kopie der englischen Strafanstalt Pentonville bei London. Im Jahr 1849 waren die Arbeiten beendet. Die fünf sternförmig angeordneten Flügel, die jeweils zentral überwachbare Einzelzellen enthielten, eine Kirche, diverse Beamtenwohntürme und ein Gefängnisfriedhof gehörten zu der Anlage.

Bereits vor Fertigstellung des Gesamtbaus wurde 1847 ein Schauprozess gegen 256 polnische Separatisten geführt, darunter Ludwik Mierosławski. Als Gerichtssaal diente der Kirchenraum. Die im Dezember verkündeten Todes- und Freiheitsstrafen wurden nie vollstreckt und die ersten Häftlinge des Mustergefängnisses nach zwei Monaten entlassen.

Ab 1856 war der deutscher Theologe und Begründer der Inneren Mission der Evangelischen Kirche Johann Hinrich Wichern Direktor des Gefängnisses.

Psychiatrie - Wikipedia: "Der Begriff "Psychiatrie" wurde 1808 vom Arzt Johann Christian Reil in Halle geprägt (ursprünglich als "Psychiaterie", wurde später zu "Psychiatrie"). Etymologisch aus griechisch "Psyche" – "die Seele" und "iatrós" – "der Arzt" zusammengesetzt, bedeutet "Psychiatrie" wörtlich übersetzt etwa "Seelenheilkunde"


Geschichte der Psychiatrie: "18. und 19. Jahrhundert: Bemühungen um menschenwürdige Behandlung psychisch Kranker Die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert brachte erste Bemühungen um menschenwürdige Behandlung psychisch Kranker mit sich. Bedeutsam für die Entwicklung der psychosozialen Versorgung war der neue therapeutische Optimismus. Die Wurzeln dieses Umdenkens liegen vor allem in England. Der Quäker William Tuke (1732-1822) gründete 1794 in York ein privates 'madhouse', dem er den programmatischen Namen 'The Retreat' gab. Die heilsame Einsamkeit in einer idyllischen Landschaft bot Schutz vor der Welt und vor der aus den Fugen geratenen Natur, die sich in der psychischen Krankheit äußerte. Offenbar ist es im 'Retreat' gelungen, auf Prügel, Ketten und Zwangsjacken zu verzichten. Besucher waren von der freundlichen Atmosphäre beeindruckt. Gerade auch deshalb beeinflusste das Ideal der heilsamen ländlichen Einsamkeit die Zielvorstellungen der Reformpsychiater des 19. Jahrhunderts nachhaltig."

Psychiatriereform - Wikipedia: "Die Psychiatriereform ist ein bis heute andauernder Prozess der Umstrukturierung der psychiatrischen Landschaft in Deutschland mit dem Ziel, die Situation psychisch erkrankter Menschen maßgeblich zu verbessern. Als Ausgangspunkt für die Psychiatriereform in Deutschland wird heute die 1975 veröffentlichte Psychiatrie-Enquête („Bericht über die Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland“) gesehen. Seit Beginn der siebziger Jahre wurden in fast allen Industrieländern Psychatriereformen versucht. Radikalste Ausmaße nahmen diese Reformbestreben in Italien an, wo 1978 das Gesetz 180 („Legge centottanta“) verabschiedet wurde, das u.a. die Auflösung aller psychiatrischen Anstalten in Italien vorschrieb und die psychiatrischen Konzepte von psychischen Erkrankungen in Frage stellte."

Geschichte der Homosexualität in den Vereinigten Staaten - Wikipedia: "Ent-Psychiatrisierung der Homosexualität [Bearbeiten] Mit dem Aufstieg der Psychoanalyse (ab 1896) setzte sich auch in der amerikanischen Psychiatrie die Auffassung durch, Homosexualität sei eine neurotische Störung. Diese Meinung wurde auch von Institutionen mit humanitären Anliegen wie den Quäkern unterstützt, die in den 1940er Jahren den sogenannten Quaker Emergency Service betrieben, dessen Readjustment Centers als Rehabilitationseinrichtungen vor allem auf männliche Homosexuelle zugeschnitten waren. Die Ursache für Homosexualität vermuteten die Psychiater bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges meist in einem „hormonellen Ungleichgewicht“, das häufig medikamentös „behandelt“ wurde. Andere zeittypische Behandlungsformen, mit denen versucht wurde, Homosexuelle zu „kurieren“, waren die traditionelle Psychoanalyse, Aversionstherapie, Schockbehandlung und Lobotomie (letztere bis 1951). Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden homosexuelle Frauen und Männer zwangsweise in Krankenhäuser eingeliefert, manche suchten psychologische Behandlung auch aus eigenem Antrieb. Insgesamt galt Homosexualität bis zum Zweiten Weltkrieg als sehr seltenes Phänomen."

Was ist heilig?

Was ist heilig?

Heilig - Wikipedia: "Heilig stammt wortgeschichtlich von 'Heil' ab, was etwas Besonderes bezeichnet und sich abgeschwächt noch in heil = ganz wieder findet (vgl.: im englischen: heilig = holy von whole). Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Heilig ein religiöser Begriff mit der zugedachten Bedeutung zur göttlichen Sphäre zugehörig, einer Gottheit geweiht. Gleichbedeutend wird das Fremdwort sakral gebraucht, auch als Gegensatz zu profan (weltlich). Medizinisch bedeutet sakral -os sacrum- (lateinisch) zum Kreuzbein gehörig."


Im Judentum ist die Entsprechung für Heilig ein Wort, das vor allem die einfache Bedeutung von besonders oder das Besondere hat.

"Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin Ich, der Ewige, euer Gott." (3 Mo 19, 2)


Und das Licht Israels wird ein Feuer sein, und sein Heiliger wird eine Flamme sein, und sie wird seine Dornen und Disteln anzünden und verzehren auf "einen" Tag. (Jesaja 10,17 ) Hier ist Gott der Heilige und es wird kein sogenanntes Unkraut vernichtet, sondern nur das was sticht und schmerzt. Die Dornen und Disteln gelten
als Fluch Gottes, nicht eines Satans, weil die Menschen vom Baum der Erkenntnis aßen. (1. Mo. 3, 17-18)


Im Christentum ist es der heilige Geist (später Teil der Dreifaltigkeit)

Hebr. Ruach hakodesh = heiliger Atem/ Wind, bzw. Odem ist im Menschen (letztlich in jeder Kreatur), verlässt ihn mit Tod (Pred 12, 7, Ps 104,29-30)

Jesus kannte weder Zwei-, noch Dreifaltigkeit. Seine Aussage lautete "Gott ist Geist!" (Joh. 4, 24). Damit erübrigt sich die Frage nach dem rechten Ort für die Anbetung, rein und unrein ist weniger wichtig, als die Liebe zum Nächsten (Gleichnis vom Samariter), das Prädikat heilig gilt nicht nur den Priestern. Das Licht ist "in allen" Menschen. (Joh 1,9)

Laut angeblicher Äußerung Jesu wird Unkraut (Menschen) vernichtet, in Feuerofen geworfen, wo Heulen und Zähneklappern ist. (matt 13,40-42) Ein Witz? Tränen im Feuer? Zähneklappern mit geistlichem Leib? Und wenn ich keine Zähne mehr habe?
Das Böse rechnet die Liebe nicht zu. (1. kor 13,5)

Wichtig ist der Gedanke im Bezug zu heilig, weil man katholisch Fegefeuer lehrte, in dem Menschen erst mal bruzzeln müssen, bis ggf. päpstlich berechnet Seligsprechung, dann Heiligsprechung, ist. Inzwischen scheint man aber von der Vorstellung eines realen Feuers weg zu sein.

Fegefeuer - Wikipedia: "Wurde noch vor wenigen Jahrzehnten ausdrücklich gelehrt, dass 'Gott solche Seelen in das Fegefeuer weist', wo sie 'große Pein leiden', so geht die kath. Theologie heute im Allgemeinen davon aus, dass die Seele nach ihrer Selbsterkenntnis das Fegefeuer bereitwillig auf sich nimmt, um - von den schlechten Eigenschaften geläutert - in das Paradies eingehen zu können."

Konrad Breitsching: Wie wird man ein/e Heilige/r?: "Wie wird man ein/e Heilige/r? Ein kurzer Überblick über das Selig- und Heiligsprechungsverfahren der katholischen Kirche"

Der Mensch ist eine Seele (Nefesch =Kehle, Körper). Der Körper geht unter die Erde, aber nicht freiwillig in´s Feuer. Die höhere Seele (Neschäma) wird mit dem Licht identisch sein. Aus welchem Feuer will man Geist und Licht herausbeten?

NETZEITUNG KARASEK LIEST: Das vergessene amerikanische Genie: "Thomas Jefferson´s Text zur Unabhängigkeitserklärung 1776 gefiel Benjamin Franklin ausnehmend gut, außer eine Passage: «Während Jefferson die Erklärung der Grundrechte mit den Worten: 'Wir halten diese Wahrheiten für heilig und unbestreitbar' einleiten wollte, optierte Franklin für eine andere Wortfolge: Mit dicken Tintenstrichen kreuzte er die Wörter 'heilig und unbestreitbar' (holy and undeniable) durch und ersetzte sie durch eine einzige Vokabel: 'selbstverständlich' (self-evident). Wer sollte sich der Macht des Satzes: 'Wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich...' nun noch entziehen?»"

Pennsylvania - Wikipedia: "Das „heilige Experiment“ wie es William Penn nannte, war der einzige jemals existierende Quäker-Staat. Die Stadt Philadelphia wird als Wiege der US-amerikanischen Nation bezeichnet: die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung der USA wurden hier unterzeichnet."
In der Unabhängigkeitserklärung wurden erstmals allgemeine Menschenrechte postuliert. Erfindung des allgemeinen Christentums waren diese nicht. Überwiegend waren Beteiligte keine Mitglieder dreieinigkeitsgläubiger Kirche.

„Seid Vorbilder, seid Beispiele in allen Ländern, an allen Orten, auf allen Inseln, in allen Nationen, wo immer Ihr hinkommt, dass Euer Verhalten und Euer Leben predigen kann in aller Herren Völker und zu diesen; dann wird es Euch gelingen, heiter durch die Welt zu gehen, und auf das Göttliche zu antworten, das in jedem von uns ist

George Fox 1656


'Wenn frühe Freunde soziale Tätigkeiten empfahlen, dachten sie nicht an das Licht in anderen, sondern an das in sich selbst. Ich kenne keine Erwähnung des Lichtes in anderen als Motiv für unsere eigenen Handlungen. Moderne Denker behaupten gewöhnlich, dass die Freunde die Heiligkeit der Persönlichkeiten, den Wert des Einzelnen und die Gleichheit aller Menschen (einschließlich der Frauen) hervorheben und sie nehmen an, dass die Erkenntnis des göttlichen Lichts oder Geistes oder Samens in unseren Nachbarn uns zu den angemessenen Schlussfolgerungen für unsere eigenen Handlungen führen wird. Logischerweise sollte dies so sein und dennoch, insofern als Freunde diese Grundsätze tatsächlich einhalten, scheinen die Grundsätze von jeder derartigen Ableitung unabhängig.'"
Henry Joel Cadbury (1 Dez 1883 bis 9. Oktober 1974, Quäker Historiker, Schriftsteller)


Hörner und Heiligenschein

Mose - Wikipedia: "Die Darstellung des Mose mit Hörnern in manchen älteren (west-)christlichen Kunstwerken (z.B. die Skulptur von Michelangelo in San Pietro in Vincoli) geht auf die Übersetzung des hebräischen Verbs „qāran“ (קָרַן‎) in der Vulgata mit cornuta, „gehörnt“, statt „strahlend“ zurück. In dem masoretischen Text von 2. Mo. 34,29 wird von Mose geschrieben: כִּי קָרַן עוֹר פָּנָיו‎, was in allen alten und neuen Übersetzungen – mit der Ausnahme der Vulgata und der Aquila-Version – sinngemäß mit „dass sein Antlitz ausstrahlte“ (u.ä.) übersetzt wird. Dieses „Strahlen“ habe den Israeliten Furcht eingeflößt und Mose dazu veranlasst, sein Gesicht mit einem Tuch zu bedecken (2. Mo. 34,30-35 )


Bücher - Weltreligionen -

WELT ONLINE - Wozu ein Löwe fähig ist - Nachrichten welt_print: "13. Oktober 2007, 04:00 Uhr Von Sibylle Lewitscharoff Wozu ein Löwe fähig ist Glanzvoll bestätigt der Suhrkamp Verlag seine angestammte Position mit einer neuen 'Bibliothek der Weltreligionen' Nun sind die ersten Bücher da. Von einem groß angelegten Projekt des Suhrkamp Verlages, von der Verlegerin gewünscht und hartnäckig betrieben, wusste man schon lange. Dass es für dieses religionswissenschaftliche und theologische Großprojekt sogar eine eigene Verlagsgründung geben würde, war ebenfalls bekannt. Die Spötter fürchteten, da werde an einer esoterischen Gemischtwarenhandlung gewerkelt, die nie und nimmer zu Suhrkamp passe, andere hielten sich zurück und warteten ab. Ich war einfach neugierig, sehr sogar, weil mich das Gebiet interessiert. Nun sind sie da. Die ersten achtzehn Bände jedenfalls, und ja - sie sehen gut aus!"..........

21 Oktober 2007

Informationen - Wesen und Struktur der Katholischen Kirche

Informationen - Wesen und Struktur der Katholischen Kirche: "Wesen und rechtliche Struktur 1. Das Wesen der katholischen Kirche"

Homosexualität

Homosexualität bei Tieren: Männchen mit Männchen, Weibchen mit Weibchen - Wissenschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten: "HOMOSEXUALITÄT BEI TIEREN Männchen mit Männchen, Weibchen mit Weibchen Von Christoph Seidler, Oslo Gleichgeschlechtliche Paarung - ein Museum in Oslo zeigt, wie bei Giraffen, Pinguinen, Walen und Delfinen Männchen mit Männchen, Weibchen mit Weibchen verkehrt. Die These der Ausstellungsmacher: Die Tiere wollen Spaß - in welcher Konstellation auch immer."


Homosexuelle: "Wie Bertrand Russell in seiner Autobiographie beschreibt, benutzten die Quäker Philadelphias im späten 19. Jahrhundert das Wort „gay' für alle „inhaltslosen', starren religiösen Bräuche von Nicht-Quäkern. Für sie waren zum Beispiel alle rituellen Gebete, das Vaterunser und die Zehn Gebote „gay'. Erst in unserem Jahrhundert wurde das Wort gleichbedeutend mit „homosexuell', aber zunächst nur innerhalb der „schwulen' Subkultur. Erst im Verlauf der letzten zehn bis fünfzehn Jahre erhielt es seine heute verbreitete Bedeutung. Auf alle Fälle zieht der Begriff „gay' heute, ähnlich wie der Begriff „schwul', eine klare Trennungslinie zwischen zwei sexuellen Lagern: „Schwulen' und „Nicht-Schwulen', den sogenannten „Normalen'. So bleiben die alten Zwänge zur Polarisierung erhalten."

Geschichte der Homosexualität in den Vereinigten Staaten - Wikipedia: "Ent-Psychiatrisierung der Homosexualität [Bearbeiten] Mit dem Aufstieg der Psychoanalyse (ab 1896) setzte sich auch in der amerikanischen Psychiatrie die Auffassung durch, Homosexualität sei eine neurotische Störung. Diese Meinung wurde auch von Institutionen mit humanitären Anliegen wie den Quäkern unterstützt, die in den 1940er Jahren den sogenannten Quaker Emergency Service betrieben, dessen Readjustment Centers als Rehabilitationseinrichtungen vor allem auf männliche Homosexuelle zugeschnitten waren. Die Ursache für Homosexualität vermuteten die Psychiater bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges meist in einem „hormonellen Ungleichgewicht“, das häufig medikamentös „behandelt“ wurde. Andere zeittypische Behandlungsformen, mit denen versucht wurde, Homosexuelle zu „kurieren“, waren die traditionelle Psychoanalyse, Aversionstherapie, Schockbehandlung und Lobotomie (letztere bis 1951). Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden homosexuelle Frauen und Männer zwangsweise in Krankenhäuser eingeliefert, manche suchten psychologische Behandlung auch aus eigenem Antrieb. Insgesamt galt Homosexualität bis zum Zweiten Weltkrieg als sehr seltenes Phänomen."

Ted Haggard - Wikipedia: ...."Die US-amerikanische Zeitschrift Time Magazine zählte ihn zu den 25 einflussreichsten evangelikalen Christen in den USA.".......


Rücktritt nach Sexskandal

Nachdem der frühere Callboy und Masseur Mike Jones in den Medien verlauten ließ, Haggard habe ihn drei Jahre für Sex bezahlt[9], trat Haggard am 3. November 2006 von seinem Amt als Vorsitzender der National Association of Evangelicals (NAE) zurück.[10] Am folgenden Tag wurde er auch vom Aufsichtsrat seiner Kirche des Pastorenamts entledigt. Nach Aussage von Jones habe Haggard (den Jones als „Art“ kannte; der zweite Vorname von Haggard ist Arthur) bei Treffen mit ihm Methamphetamin eingenommen.

Haggard behauptete zunächst, Jones nicht zu kennen.[11] Am 5. November 2006 teilte er seiner Gemeinde in einem offenen Brief hingegen mit, dass er tatsächlich der „sexuellen Unmoral schuldig“ sei.[12]

Jones habe sich zu diesem öffentlichen Outing von Haggard entschlossen, weil Haggard öffentlich in der Politik gegen die rechtliche Absicherung lesbischer und schwuler Partnerschaften aufgetreten war. Jones erklärte gegenüber ABC News: „Ich musste die Doppelmoral von Haggard veröffentlichen.“ Haggard habe die Möglichkeit, Tausende von Anhängern zu beeinflussen, und er predige gegen die Homo-Ehe. Aber im versteckten Privatleben lebe er das Gegenteil von dem, was er predige. Jones hoffe, dies würden Wähler begreifen.[13] In Colorado wurde am 7. November 2006 über das Verbot von Homo-Ehen in der Verfassung des Bundesstaates Colorado abgestimmt; trotz des Outings von Haggard entschied sich die Mehrheit der Abstimmenden für eine entsprechende Verfassungsänderung.

Ted Haggard vertritt weiterhin in der Öffentlichkeit die Auffassung, Homosexualität sei sündhaft. Deswegen habe er sich auf Ratschlag seines Freundes James Dobson in eine christliche Ex-Gay-Therapie begeben.[14] Nach einer nur drei Wochen dauernden Behandlung ist er nunmehr überzeugt, heterosexuell zu sein. Mit seiner Frau zusammen wird er aus Colorado Springs wegziehen[15] und will ein Psychologie-Studium aufnehmen[9].

Kritik

Kritiker, die seiner Kirche nicht nahe stehen, werfen ihm Heuchelei und Bigotterie vor. Innerkirchliche Kritiker werfen ihm Verstöße gegen gottgegebene Regeln vor.

Kommentar im humanistischen pressedienst über Ted Haggards Drogen- und Sexskandal



20 Oktober 2007

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Menschenrechte: "Die Menschenrechte wurden am 10. Dezember 1948 von der UNO ausgerufen. Inzwischen haben die meisten Staaten diese Menschenrechte ratifiziert. Ausnahme: Der Vatikan. In den 60er Jahren kamen die sozialen und kulturellen Menschenrechte hinzu. Diese sind aber noch nicht von allen Staaten ratifiziert, wie z.B. die USA."

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - Wikipedia: "Die Menschenrechtserklärung besteht aus 30 Artikeln, die die grundlegenden Ansichten über die Rechte, die jedem Menschen zustehen, „ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.“[2] und unabhängig davon, in welchem rechtlichen Verhältnis er zu dem Land steht, in dem er sich aufhält. Mit Übersetzungen in nach Angaben des Office of the High Commissioner for Human Rights mehr als 300 Sprachen ist sie einer der am meisten übersetzten Texte. Schon die Präambel erklärt als grundsätzliche Absicht „Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt“, und Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an „die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau“[3] Obwohl sie als Erklärung keinen völkerrechtlich verbindlichen Charakter besitzt, wird sie im Allgemeinen als Bestandteil des Rechts der Vereinten Nationen und als Völkergewohnheitsrecht angesehen. Sie wird auch nicht ausdrücklich unterzeichnet, sondern von neuen UNO-Mitgliedsstaaten automatisch mit dem Beitritt zu den Vereinten Nationen anerkannt."

Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (alphabetisch) - Wikipedia: "HINWEIS: Eine zeitlich geordnete Liste nach Beitritt kann gefunden werden unter Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (chronologisch)."

Maslowsche Bedürfnispyramide - Wikipedia: "Maslowsche Bedürfnispyramide"

19 Oktober 2007

Missbrauch, Vergewaltigung


§ 176a StGB
Schwerer sexueller Mißbrauch von Kindern


§ 177 StGB
Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung


Haßberge-Landrat fordert Ende der Eskalation in Eschenau: "17.10.2007 19:10 Uhr | aktualisiert: 17.10.2007 19:10 Uhr Haßberge-Landrat fordert Ende der Eskalation in Eschenau Haßfurt/Eschenau - In dem eskalierenden Streit um neu aufgetauchte Missbrauchsvorwürfe in der unterfränkischen Ortschaft Eschenau hat der Landrat des Landkreises Haßberge, Rudolf Handwerker (CSU), zur Besonnenheit aufgerufen. Die Gräben in der Eschenauer Bewohnerschaft dürften nicht noch tiefer werden, sagte der Kreischef am Abend mit Hinweis auf eine private Bürgerversammlung vom Vortag. Darin war nach Berichten von Augenzeugen dazu aufgerufen worden, die Familie der Opfer zu meiden."..........


Ein Missbrauchs-Opfer - eine Frau - sagte am Mittwochabend in einem Interview mit dem Bayerischen Fernsehen, sie werde von vielen Bewohnern des Orts ausgegrenzt und ihre Familie dazu gedrängt, aus Eschenau wegzuziehen. Ihre Mutter sei von Mitbewohnern wiederholt angespukt worden. Für sie seien die Reaktionen der Eschenauer Bevölkerung unverständlich. "Ich habe einfach Angst. Ich habe aber doch nichts Falsches getan", erklärte sie in dem Interview. Aus Angst vor Pöbeleien verzichte sie inzwischen darauf, zu Fuß durch den Ort zu gehen. (dpa/lby)

Religion und Kindesmissbrauch | hpd-online: "Religion und Kindesmissbrauch Kind im 'Jesus Camp' Innaiah Narisetti fordert die Vereinten Nationen auf, religiösen Kindesmissbrauch zu unterbinden Innaiah Narisetti ist der Vorsitzende des indischen Center for Inquiry. Dieser Artikel ist ein Auszug von einem Dokument, das er bei einem Kongress des Center for Inquiry in China kommenden Oktober vorstellen wird. Über die letzten Jahre ist dem Thema Kindesmissbrauch weltweit beträchtliche Aufmerksamkeit geschenkt worden. Die Vereinten Nationen haben sich durch ihre Sonderorganisationen wie die UNESCO (die Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) auf dieses Thema konzentriert und die schlimmsten Formen eines solchen Missbrauchs erkannt. Dazu gehört Kinderarbeit, woran schätzungsweise 250 Millionen Kinder angesichts praktizierter Sklaverei in irgendeiner Weise beteiligt sind, Knechtschaft aufgrund familiärer Schulden oder Leibeigenschaft; sowie die erzwungene Rekrutierung und Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten, Kinderpornographie und Prostitution und die Produktion und Verbreitung von illegalen Drogen. Die Internationale Arbeitsorganisation, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und die UNESCO diskutieren regelmäßig auf verschiedenen Ebenen und organisieren internationale Tagungen. Die UN hat eine weltweite Erklärung für den Schutz von Kindern angenommen, die Kinderrechtskonvention........."

Außerkörperliche Erfahrung

Diskussion:Außerkörperliche Erfahrung: "Neurologische Untersuchungen beschreiben auch diese Phänomene. Weitere Informationen gibt es auf International Association for Near-Death-Studies --Debauchery 11:59, 8. Aug 2005 (CEST)

Neurologie: Aus neurologischer Sicht könnte es sich beim außerkörperlichen Erlebnis um eine Simulation der eigenen aktuellen Wirklichkeit durch das Gehirn handeln. Unser Gehirn arbeitet u.a wie eine Wahrsagemaschine, welche immer ein Zukunftsmodell entwirft, damit der eigene Mensch auf die aktuelle Situation angemessen und schnell reagiert um zu überleben. Möglicherweise wird hier ein Gedankenmodell erstellt, dass dem Gehirn helfen soll, die eigene Situation besser zu verstehen. Typische Berichte von Außerkörperlichen Erlebnissen berichten von den extremen Einsamkeitsgefühlen, die man dabei erlebt (Z.B. in Moody: Leben nach dem Tod). (Man kann dabei mit niemanden kommunizieren, d.h. es kann sich um keine Geistseele handeln - denn diese könnte mit einer anderen Seele sprechen.) Die obenstehenende Ansicht wird auch gestützt durch folgenden Gedanken: Wenn eine Seele den Körper eines lebenden Menschen verlassen könnte, dann heisst dies letztendlich, dass man keine Seele hätte. Denn wenn eine Seele den Körper für Sekunden verlassen kann, ohne dass er Schaden nimmt, dann kann sie ihn genausogut auch für immer verlassen. D.h. er ist nicht auf"er ist nicht auf eine
Seele angewiesen! Im Gegensatz dazu kann man kurze Zeit ohne Atmung
und Herzschlag auskommen. Erst wenn der Sauerstoff im Blut
verbraucht ist, wird man bewusstlos und stirbt.



Schwangerschaftsabbruch

Talmudischer Beleg (Gemara) für das Anliegen der Rabbinen, tiefere Kenntnisse über die Vorgänge im Mutterleib zu erlangen (Nid:


"Schwangerschaftsabbruch Die Gesundheit und das Wohlergehen der Mutter während der Geburt haben Priorität vor dem ungeborenen Leben. Eine Schwangerschaft, die in sich „normal“ verlaufen ist, kann nach jüdischem Recht abgebrochen werden, wenn das Leben der Mutter auf dem Spiel steht. M Oh 7,6 (vgl.bT Sanh 72b): „Wenn eine Frau schwer gebiert [und dadurch in Lebensgefahr schwebt], zerschneidet man das Kind im Mutterleib und holt es stückweise heraus, weil das Leben der Mutter dem des Kindes vorangeht. Ist aber der größte Teil schon herausgekommen, darf man es nicht mehr verletzen, denn man darf nicht ein Leben für ein anderes hinopfern.“ Die biblische Grundlage der Diskussion um die Abtreibung ist Ex 21,22: „Wenn Männer streiten und eine schwangere Frau verletzen, sodass ihre Frucht abgeht, aber ihr kein Unheil geschieht, so wird er mit einer Geldbuße belegt, wie der Ehemann es errechnet; es komme vor die Richter. Aber wenn ein Unheil geschieht, dann sollst du Leben um Leben geben [nefesch tachat nefesch].“ Embryo und Fetus werden im Talmud und rabbinischen Schrifttum nicht als eigenständige Person (hebr. nefesch = Seele), sondern vielmehr als körperlicher Bestandteil der Mutter angesehen (Quellenangaben in Rosner 1968, 267, Anm. 6; 7).

Demzufolge gilt eine Abtreibung nicht als Mord und wurde daher zu keiner Zeit kriminalisiert. – Nach jüdischer Rechtsprechung basiert der Sachverhalt des Mordes auf Ex 21,12: „Wer jemanden schlägt, dass er stirbt...“; im hebräischen Text steht isch (= Mann), was von den Rabbinen dahingehend gedeutet wird, dass hier nefesch gemeint ist, und kein Fetus.

Vgl. bT Sanh 84b: „Es heißt [Ex 21,15]: ‚Wer einen Menschen [isch] schlägt, dass er stirbt, soll getötet werden’, ferner heißt es [Num 35,21]: ‚oder ihn aus Feindschaft mit der Hand geschlagen hat, dass er starb’. Hieraus ist zu entnehmen, dass unter ‚schlagen’ schlechthin nicht das Töten zu verstehen sei. Und sowohl [Ex 21,15] ‚wer einen Menschen schlägt’, als auch [Num 35,30] ‚wer eine Seele schlägt’, ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: ‚wer einen Menschen schlägt...’, so könnte man glauben, nur einen [erwachsenen] Menschen, der den Geboten unterworfen ist, nicht aber einen Minderjährigen. Daher schrieb der Allbarmherzige auch: ‚wer eine Seele schlägt...’. Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: ‚wer eine Seele schlägt...’, so könnte man glauben, auch Fehlgeburten von acht Monaten. Daher sind [beide Schriftverse] nötig.“

Die meisten Fälle von erlaubtem Schwangerschaftsabbruch werden am Beginn der Schwangerschaft vorgenommen. Aufgrund talmudischer Aussagen ist dies möglich bei Fragen der seelischen Gesundheit, nach Vergewaltigung, bei einer reumütigen Ehebrecherin sowie bei einigen Krankheiten (vgl. z.B. Feldman 1968, 284-294; Jakobovits 1959, 170-191).

„Spätere rabbinische Entscheidungen erörtern die Fälle, in denen die Gesundheit der Mutter gerettet werden muss. Einige schlossen die Sorge um ihre psychische Gesundheit ein, z.B. in Fällen, in denen diese durch die Schwierigkeit der Schwangerschaft oder die Belastung durch ein zusätzliches Kind beeinträchtigt werden könnte. Bei anderen ist auch die Verzweiflung der Mutter über ein Kind, das sehr wahrscheinlich mit körperlichen Deformationen geboren wird oder geisteskrank ist, ein Grund für eine Abtreibung.

Im progressiven Judentum gibt es keine definitiven Bestimmungen über die Abtreibung. Es herrscht jedoch die starke Tendenz, den liberalen Standpunkten innerhalb der jüdischen Tradition den Vorzug zu geben. Die Abtreibung wird erlaubt, wenn es möglich ist, sie legal und sicher durchzuführen. Das Recht einer erwachsenen Frau, Entscheidungen über ihr eigenes Leben zu treffen und die Herrschaft über ihren eigenen Körper auszuüben sind weitere Gesichtspunkte.

Einige Rabbiner erweitern das Prinzip der psychischen Belastung und halten die Abtreibung für erlaubt, wenn die Frau schwerwiegende emotionale Vorbehalte gegen das Kind hat. Im Falle eines unerwünschten Kindes, das ungeliebt, vernachlässigt, vielleicht sogar missbraucht werden würde, muss die Qualität seines Lebens berücksichtigt werden“

(Romain 1999, S. 255; Hervorhebung R.H.).

Als Verhütungsmittel post festum wird die Abtreibung aus ethischen Gründen – potentiell eigenständiges Leben wird zerstört – verworfen (vgl. Rosner 1968, 260ff; Siegel 1975, 288f).

Merke: Bei Fragen der Verhütung und des Schwangerschaftsabbruchs stehen das Wohl und die Würde der Frau und ihre Beziehungsfähigkeit zum ungeborenen Kind im Mittelpunkt.

Zusammenfassend und zur Frage der Forschung an Embryonen sei hier aus dem Gutachten von Nordmann und Birnbaum zitiert:

„Bis zur Geburt wird der Embryo, beziehungsweise der Fötus, als Teil der Mutter und nicht als eigenständige Person angesehen, weshalb das Leben der schwangeren Frau, falls es in Gefahr ist, immer Priorität vor dem Leben des ungeborenen Kindes besitzt. Der Fötus erlangt gemäß Talmud erst dann den Personenstatus und damit gleiche Rechte wie die Mutter, wenn während der Geburt der größere Teil von ihm geboren ist.

Von besonderer Bedeutung für die Frage nach dem Status des Präembryos ist die Tatsache, dass der Embryo bis zum vierzigsten Tag nach der Befruchtung in mehreren Talmudstellen (u.a. Nidda 30b) einen geringeren halachischen Status zugesprochen erhält als nach Ablauf dieser Frist. Dies kann in der Praxis durchaus von Bedeutung sein. Einige Rabbiner vertreten nämlich die Auffassung, dass eine Abtreibung [...] am besten in den ersten 40 Tagen nach der Befruchtung erfolgen soll. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Halacha den Embryo im Mutterleib grundsätzlich vom Zeitpunkt der Befruchtung an als ‚potentielle Person’ und somit als schützenswert betrachtet. Das ungeborene Leben zu opfern, weil das Leben eines Dritten in Gefahr ist, wie dies zum Zwecke der embryonalen Stammzellenforschung nötig wäre, ist vor diesem Hintergrund grundsätzlich nicht vertretbar.

Nun besitzt aber der Präembryo vor der Implantation in den Uterus, wie er nach künstlichen Befruchtungen entsteht, gemäß verschiedenen rabbinischen Autoritäten, wie dem ehemaligen sefardischen Oberrabbiner Israels, Mordechai Elijahu, oder dem aschkenasischen Oberrabbiner von Tel Aviv, Chaim David Halevi, einen Sonderstatus, da er sich einerseits außerhalb des Mutterleibs befindet und dort sowieso nicht lebensfähig ist und er sich andererseits auch eindeutig weniger als 40 Tage entwickelt hat. Kann ein solcher Präembryo nicht weiter verwendet werden, so kann gemäß diesen Autoritäten eine Zerstörung halachisch zulässig sein.

In diesem Zusammenhang von Bedeutung ist auch eine Entscheidung von Rav Elijashiv, einem anerkannten Entscheidungsträger. Rav Elijashiv hat nämlich in Einzelfällen prädisponierter Familien ein so genanntes Präimplantations-Screening zur Verhinderung genetischer Krankheiten und die anschließende Zerstörung von betroffenen befruchteten Eizellen erlaubt.

Folgt man der Argumentationslinie, wonach der Präembryo außerhalb des Mutterleibs einen Sonderstatus besitzt und nicht geschützt werden muss, falls eine Implantation in die Mutter nicht mehr möglich ist, dann wäre es aus halachischer Sicht sicherlich besser, am Präembryo zu forschen und dadurch potentiell lebensrettenden Nutzen zu gewinnen, als ihn zu zerstören.“

(Nordmann/ Birnbaum 2002, S. 22f; Hervorhebungen RH).




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