27 September 2007

Gewaltiger Glaube

Courrier international, eurotopics : europa presseschau in 3 sprachen: "27/09/2007 drucken REFLEXIONEN Jean-Pierre Denis über die rebellische Kraft der Religiosität Jean-Pierre Denis denkt über den Einzug der Spiritualität in Politik und Gesellschaft nach. Aktueller Anlass sind die Demonstrationen der Mönche in Burma gegen das Militärregime. 'In unserer Wohlstandsgesellschaft wird der Glaube meist als chaotische und zerstörerische Kraft empfunden. Es ist sicher richtig, dass der islamistische Terrorismus zu dieser Einstellung beigetragen hat, weil er religiöse Energie in eine Waffe zur massiven Einschüchterung verwandelt hat. Die burmesischen Mönche mit ihrer Vitalität und positiven Energie tun uns allen einen Gefallen. Sie wirken nicht zerstörerisch, sondern rücken unsere Vorstellungen von der Welt und der Gemeinschaft der Kulturen gerade. Diese pazifistischen Märsche belegen die rebellische und positive Kraft echter Spiritualität, die die verborgenen Bestrebungen der Gesellschaft aufgreift, ohne für sich selbst Macht zu verlangen. Die Barfuß-Religion kommt ohne Waffen aus, sie bleibt nach dem Ende der Ideologien die einzige Kraft, die ein Volk innerlich packen kann.' La Vie (Frankreich)"



Gewaltiger Glaube: "Gewaltiger Glaube Das Militärregime in Birma setzt nun doch Gewalt gegen die demonstrierenden Mönche ein. Lässt sich dieses Vorgehen in einer buddhistisch geprägten Gesellschaft – in der die Mönche als unantastbar gelten – rechtfertigen? Anzeige Von Moritz Kleine-Brockhoff, Bangkok 28.09.2007 00:00 Uhr
Mr. Wong Der Buddhismus steht im Ruf, eine besonders weiche, friedliche und unaufdringliche Religion zu sein. In seinem Namen wurden bisher keine Religionskriege geführt. Und buddhistische Mönche treten in der Regel nicht als aggressive Prediger auf, sondern tolerieren bewusst andere Glaubensformen. Das gilt gerade auch für Birma. Die Gesellschaft dort ist besonders stark vom Buddhismus geprägt. Zum Beispiel ist es üblich, dass Eltern ihre Söhne als Ausdruck ihrer Religiosität für einige Zeit ins Kloster schicken. Allerdings unterscheidet sich der Buddhismus in einem Punkt kaum von anderen Religionen: Der Glaube wird immer dann auf eine harte Probe gestellt, wenn sich die Hinwendung zur Religion nicht mehr mit staatlichen Loyalitäten vereinbaren lässt. Jahrhundertelang bekriegten sich Birmanen, Siamesen und Khmer in Birma, Thailand und Kambodscha. Buddhisten brachten dabei auch Buddhisten um. "................


.........Einen Tag später wollten Soldaten und Beamte, insgesamt 20 Männer, sich bei den Mönchen entschuldigen. Statt das anzunehmen, nahmen die Mönche die 20 Männer als Geiseln. Und sie steckten die Autos der Beamten in Brand. Die Mönche gingen zum Elektronikgeschäft des Anführers der Zivilkräfte, um in seinem Laden alles kurz und klein zu schlagen. Birmas wenige gewalttätige Mönche sehen es wohl als ihre Pflicht, für die Interessen des von der Junta geknechteten Volkes einzutreten. Es ist ihr Volk. Und aus Sicht der Bevölkerung sind die Geistlichen auch ihre Mönche......................


(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 28.09.2007)




25 September 2007

Gebet

Siddur: "Das Gebetbuch: Fenster zur jüdischen Theologie Barbara und Reuven Sutnick Fragen und Kommentare: ChaniH@jazo.org.il Was ist Gebet? - Die Herausforderung des Gebetes"

24 September 2007

Missbrauch in der katholischen Kirche



Missbrauch in der katholischen Kirche ''An die Opfer denkt keiner'' - Bayern - sueddeutsche.de: "24.09.2007 08:51 Uhr
Kontakt Trennlinie Missbrauch in der katholischen Kirche 'An die Opfer denkt keiner' Nach dem Skandal um den bisherigen Pfarrer von Riekofen haben Betroffene von früheren Missbrauchsfällen dem Bistum Regensburg Vertuschung vorgeworfen. Johanna Treimer, Mutter eines missbrauchten Jungen aus Viechtach, vor der Kirche in Riekofen in der Oberfpfalz Foto: dpa Nach dem Missbrauchsskandal um den bisherigen Pfarrer von Riekofen haben Betroffene von früheren Missbrauchsfällen schwere Vorwürfe gegen das Bistum Regensburg erhoben. In der Diözese würden systematisch von Priestern begangene sexuelle Missbräuche vertuscht, sagten die Mütter von zwei missbrauchten Jungen am Sonntag. Nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle hätten die Opfer praktisch keinerlei Hilfe von der Bistumsleitung erhalten. Unterdessen ist am Sonntag in Riekofen der neue katholische Pfarrer Gottfried Dachauer ins Amt eingeführt worden. Ursprünglich wollte der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller Dachauer persönlich als Pfarrer einführen. Der Bischof sagte den Besuch allerdings wegen des angeblichen Medienrummels kurzfristig ab."......

nachrichten.at: "Vorwurf des Kindesmissbrauchs in Bayerischer Kirche RIEKOFEN. Wegen des Missbrauchsskandals von Riekofen in Bayern, wo der 39 Jahre alte Ex-Pfarrer verhaftet worden war, weil er sich jahrelang an einem Ministranten vergangen haben soll, haben Opfervertreter nun schwere Vorwürfe gegen das Ordinariat der Diözese Regensburg erhoben. Der im Juli bekanntgewordene Missbrauchsfall sei nicht alleine zu sehen, sondern 'Ausdruck eines Systems', erklärten am Sonntag Mütter und Opfervertreter von früheren Fällen im Bistum Regensburg."

Kind des Lichts

21 September 2007

Bildung

torgauerzeitung.com: "Kirche entschied, wer als Lehrer eingestellt wird Weidenhain (TZ). Die angewachsene Schülerzahl machte die Einstellung eines zweiten Lehrers notwendig. Im Jahre 1896 trug die Schule die Bezeichnung 'Dreiklassige Volksschule'. Unterrichtsfächer waren Biblische Geschichte, Perikopen, Kirchenlied, Bibellesen, Raumlehre, Turnen, Geschichte, Lesen, Grammatik, Aufsatz, Diktat, schreiben, Singen und Rechnen. Tarifcheck24.de - Versicherungen - Leadprogramm Auch noch andere Aufgaben wurden den Lehrern zugedacht, Lehrer Wegelt zum Beispiel, von 1894 bis 1898 als Lehrer tätig, musste sich nach eingehender Schulung um den Obstbau und die Garten- pflege im Dorf kümmern. Noch bis in die zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde von der Kirche entschieden, wer als Lehrer an der Schule eingestellt wurde. Die Bewerbungen mussten an den Gemeindekirchenrat gerichtet werden."


Uni-Zugang: "Söhne und Töchter aus gutem Haus" bevorzugt « DiePresse.com: "Uni-Zugang: 'Söhne und Töchter aus gutem Haus' bevorzugt 18.09.2007 | 15:31 | (DiePresse.com) In Österreich ist die 'soziale Bildungsmobilität vergleichsweise gering'. Dafür zahlt sich ein hoher Abschluss wie in kaum einem anderen Land aus, so eine OECD-Studie."

Kreuzigung auf dem Prüfstand: Gesteinigt, gestorben und begraben - Panorama - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

Kreuzigung auf dem Prüfstand: Gesteinigt, gestorben und begraben - Panorama - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten: "KREUZIGUNG AUF DEM PRÜFSTAND Gesteinigt, gestorben und begraben Von Angelika Franz Eine christliche Vereinigung will den Fall Jesus, König der Juden, kontra römische Besatzungsmacht erneut aufrollen. Die korrekte Strafe, so die Kläger, hätte Steinigung statt Kreuzigung sein müssen. Das kenianische Verfassungsgericht muss sich nun damit befassen."

Islamische Zeitung :: Orientalistentag: Der Islam darf nicht als Schrecken gelten: "21.09.2007 Orientalistentag: Der Islam darf nicht als Schrecken gelten 'Sprachlose Islamwissenschaft' (dpa)Muslime gelten in der Öffentlichkeit nach Ansicht von Prof. Maurus Reinkowski immer mehr als Bedrohung. «Da wird gar nicht mehr unterschieden, ob es sich um einen Ägypter, einen Säkularen oder einen Kultur-Muslim aus Anatolien, einen deutschen Konvertiten oder einen Muslim aus China handelt», kritisierte der Islamwissenschaftler in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. Reinkowski wird in der kommenden Woche den 30. Deutschen Orientalistentag (24. - 28. September) in Freiburg leiten. Zu dem fünftägigen Treffen unter dem Motto «Orientalistik im 21. Jahrhundert», das alle drei Jahre stattfindet, werden rund 1000 Wissenschaftler erwartet, darunter auch aus England, den USA, der Türkei, Iran, Sudan und aus Indonesien."............


YouTube - Orthodox-Jewish preparations for Yom Kippur in Israel: "About This Video In Jerusalem ultra-Orthodox Jews were waving chickens above their heads in a symbolic ritual of transferring their sins to the birds in preparation for the Jewish holiest holiday of Yom Kippur. In ... In Jerusalem ultra-Orthodox Jews were waving chickens above their heads in a symbolic ritual of transferring their sins to the birds in preparation for the Jewish holiest holiday of Yom Kippur. In Tel Aviv worshippers were throwing bread crumbs into the sea in a symbolic gesture seeking God's forgiveness for their sins. On the Day of Atonement, the holiest day of the Jewish year, Jews fast and pray for forgiveness for the sins they have committed. During Yom Kippur airports, rail and road transport, broadcasters, government offices and businesses will shut, and all manner of work is forbidden. www.itnsouce.com Reuters 13448/05"

19 September 2007

Armut öffentlich machen.

idea.de - Detailartikel: "EKD will stärker mit US-Kirche zusammenarbeiten W a s h i n g t o n (idea) – Die Vereinigte Kirche Christi (United Church of Christ/UCC) in den USA und die EKD wollen verstärkt zusammenarbeiten. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs einer EKD-Ratsdelegation am 18. September in Washington mit Vertretern der Leitung der UCC. Dabei nahmen beide Seiten in Aussicht, dass auf der Grundlage der Kirchengemeinschaft zwischen der UCC und der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) ein Vertrag zwischen UCC und EKD entstehen könnte.


Die UCC hat etwa eine Million Mitglieder; die EKD repräsentiert 23 Landeskirchen mit 25,4 Millionen Mitgliedern. In wenigen Tagen soll ein Vertrag zwischen der EKD und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (4,9 Millionen Mitglieder) geschlossen werden. UCC fordert Rückzug aus dem Irak Die EKD-Reisegruppe hält sich noch bis zum 27. September in den USA auf. Vertreter der UCC berichteten der Delegation, dass erste Schritte einer Zusammenarbeit zwischen den traditionellen Kirchen, zu denen auch die UCC gehört, der katholischen Bischofskonferenz sowie evangelikalen Kirchen in den USA gegangen werden. Was mit einem Treffen 2001 hinter verschlossenen Türen begonnen habe, sei nun mit einer gemeinsamen Erklärung zum Thema Armut öffentlich gemacht word"

Katholiken mit fundamentalischer Lehre, die Evangelikalen mit absoluter undiskutabler Bibelwahrheit und nun Protestanten dazu. ....Schön, wenn sie Armut öffentlich machen. Ich dachte immer, die sei schon öffentlich. Ob sich mit gemeinsamen Erklärungen etwas ändern wird?

Büchermarkt

Wiesbadener Kurier · Klimawandel und Religion - Vorschau auf die Sachbücher im Herbst 2007: ......"Der Philosoph Peter Sloterdijk beschäftigt sich in seinem Essayband 'Gottes Eifer' mit dem Judentum, Islam und Christentum und fordert eine friedliche Koexistenz der drei monotheistischen Religionen. Auch der Tübinger Theologe Karl-Josef Kuschel schlägt in seinem Buch 'Juden - Christen - Muslime', das im Patmos-Verlag erscheint, diesen Weg ein. Durch und durch religionsritisch geben sich dagegen zwei andere Autoren: Der englische Journalist Christopher Hitchens zeigt in seinem Buch 'Der Herr ist kein Hirte' kompromisslos und polemisch auf, wie Religionen die Welt vergiften. Dieser These steht Richard Dawkins in seinem Buch 'Der Gotteswahn' in nichts nach: Wie bereits in seinem ersten Bestseller 'Das egoistische Gen' setzt der Oxforder Evolutionsbiologe ganz auf Rationalität und Diesseitigkeit."........

Wann begreifen diese, dass es mindestens sechs monotheistische Religionen gibt, wobei das Christentum von anderen nicht unbedingt als monotheistische Religion verstanden wird. Ich frage mich auch, warum die friedliche Koexistenz nur zwischen tatsächlichen und vorgeblichen Monotheisten, die Abraham als Stammvater betrachten, sein soll. So sicher sind die Storries doch ohnehin alle nicht. War ein HEER da Hirte? Ich kann an eine höhe Macht glauben ohne all das. Einen männlichen Gott brauche ich nicht. Weiblich muss es auch nicht sein. Es muss nichtmals Gott heißen. Glaubensfacetten sind interessant, aber alles in jeweiligen heiligen Büchern oder daraus entstandenen Lehren glauben, muss nicht sein. Jenseitsparadies oder Jensseitshöllenzauber sind mir ohnehin suspekt. Ich nehme , was kommt oder auch nicht kommt. Und im Jetzt kann ich mich mit keinen religiösen Ritualen anfreunden. Ansonsten bin ich dennoch irgendwie mystagogisch und meinetwegen auch noch Seeräuber.

Kind des Lichts

Katholische Sondergruppen

Wanderbischöfe (Episcopi vagantes) - INFOSEKTEN - Katholische Arbeitsstelle "Neue religiöse Bewegungen in der Schweiz": "Wanderbischöfe (Episcopi vagantes) Unter episcopi vagantes versteht man Personen, die in irregulärer oder heimlicher Weise zum Bischof geweiht wurden oder solche, die, nachdem sie regulär konsekriert wurden, von der Kirche, die sie weihte, exkommuniziert wurden und mit keinem anerkannten Bischofsstuhl in Gemeinschaft stehen. Sie sind keine Erscheinung, die nur in unserer Zeit auftritt. Bereits zur Zeit der Urkirche wurden Bischöfe von einer Ortskirche ausgesandt, um zu missionieren und neue Kirchen zu gründen. Oft kam es dann vor, dass die Kontakte zur Ursprungskirche bewusst abgebrochen wurden, um als selbständige Kirche weiterzubestehen."..............


Auf der Suche nach Erleuchtung – Buddhismus im deutschsprachigen Raum - INFOSEKTEN - Katholische Arbeitsstelle "Neue religiöse Bewegungen in der Schweiz":



....."Der evangelische Theologe Harald Lamprecht kommentierte diese Sichtweise wohl sehr zutreffend, als er schrieb: „Dass Jesus Christus vor 2000 Jahren am Kreuz in Golgatha gestorben ist, hat für Willigis Jäger keine einmalige Bedeutung mehr. Erlösung geschehe nach seiner Meinung nicht durch einen stellvertretenden Sühnetod Jesu, sondern durch Erkenntnis der inneren Einheit des Menschen mit Gott. Diese letzte Einheit schliesse alle Religionen ein. Zwar auf verschiedenen Wegen würden sie doch letztlich alle zum gleichen Ziel führen. Im äusseren Bereich der Kulte und Riten sei dies zwar nicht zu sehen, die esoterischen Wege der Religionen würden sich aber entsprechen und von verschiedenen Seiten auf den einen Gipfel des Berges führen – eben der Erkenntnis der wesenhaften Einheit mit Gott oder Brahman oder Allah oder dem Nichts des Buddhismus. Dies meint er, wenn er davon spricht, dass die Mystik ‚transkonfessionell’ sei, dass sie sich über die traditionellen Grenzen der Konfessionen (bei ihm auch: der Religionen) hinwegsetzt. Wieviel eine solche Interpretation der mystischen Erfahrung allerdings noch mit dem Wesen der jeweiligen Religionen gemein hat, darf und muss gefragt werden.“ Genau hier liegt wohl die "

(Irgendwie kann ich mich mystagogischen Seeräubern identifizieren. Heimat ist in mir.)
mittel°punkt » Begriffsklärung “Mystagogie”: "aussen" ....Mystagogie bedeutet, dass Gott in einem Menschen gegenwärtig ist und wirkt; Gott ist dem Menschen immanent. Glaube ist damit als Selbstmitteilung Gottes an den Menschen zu verstehen und nicht als Ergebnis einer Belehrung und Bildung von aussen. (Zitat: Aus dem Artike l “Gott ist dem Menschen immanent” von André Böhning)

18 September 2007

derStandard.at

derStandard.at: "Erol User: 'Zum Beten braucht man keine Moschee' Erol User, türkischer Großunternehmer und Eigentümer des Fußballclubs Fenerbahce Istanbul, hält den Glauben für Privatsache"

Erol User, türkischer Großunternehmer und Eigentümer des Fußballclubs Fenerbahce Istanbul, hält den Glauben für Privatsache

Mission und Profilierung

USA: Senator verklagt Gott - Aus aller Welt - Panorama - FOCUS Online: "USA Senator verklagt Gott Gott soll sich nach dem Willen eines Senators in den USA vor dem Kadi verantworten – wegen vergangener und andauernder „Terrordrohungen“. Der Politiker stützt sich in der Klage auf die Bibel."........

Meine Meinung: Ver-rückt! Aber irgendwie hat er recht!

Naturwissenschaft & Religion: „Man soll sich ja kein Bild machen!“ « DiePresse.com: 18.09.2007 | 18:29 | VANNINA WURM UND THOMAS KRAMAR (Die Presse)....."Walter Thirring, Doyen der theoretischen Physik, etwa als Lutheraner. Wie erklärt er den signifikanten Unterschied zwischen Physikern und Biologen? „Die Biologen sehen sozusagen nur ihr enges Fenster aus der kosmischen Evolution – da meinen sie, sie brauchen den lieben Gott gar nicht...“ Thirring: Kein Bild machen! Was hält er von Intelligent Design? „Das ist ein bisschen gefährlich. Es würde heißen: Der Plan ist ursprünglich gar nicht so intelligent, er muss noch korrigiert werden. Mir scheint der Plan so zu sein, dass Zufall und Notwendigkeit so zusammenspielen, dass aus dem ursprünglichen Chaos sogar ein Mensch entstehen kann.“ Das Bild eines persönlichen Gottes hält Thirring aber für einen Anthropomorphismus: „Man soll sich ja von Gott kein Bild machen!“".........

Ich glaube, zu dieser Aussage kann ich mitgehen.

derStandard.at/Wissenschaft: "Gott sei Dank - für die Evolution Vertreter der Evolu­tionstheorie und jene der Schöpfungslehren der Religion sind neuer­dings wieder bemüht, miteinander ins Gespräch zu kommen Zwischen der Evolutionstheorie der Wissenschaft und den Schöpfungslehren der Religion vertieften sich in den vergangenen Jahren die Abgründe. Neuerdings sind Vertreter von hüben wie drüben aber wieder bemüht, miteinander ins Gespräch zu kommen und Brücken zu schlagen. ***** Mehr zum Thema Internet mPAY24 - Die Online -Zahlungslösung bezahlte Einschaltung 'Die Debatte Wissenschaft versus Religion ist zu Ende!', Das behauptet zumindest Craig Mello, Medizin-Nobelpreisträger 2006. Der Grund für seinen etwas überraschenden Befund: Ein Buch mit dem Titel Thank God for Evolution!, das zwar erst im Oktober offiziell in den USA erscheinen wird, aber schon jetzt für heftige Zustimmung sorgt. Nicht nur bei Mello. Voll des Lobs für das Buch von Reverend Michael Dowd ist zum Beispiel auch John Mather, Nasa-Chefwissenschafter und Physiknobelpreisträger 2006 ('Das Universum brauchte 13,7 Milliarden Jahre, um dieses wunderbare Buch zu produzieren') oder Lee Hartwell Nobelpreisträger für Medizin 2001. Die ganze Liste der Lobpreisungen findet sich auf der Homepage zum Buch (thankgodforevolution.com), wo das Manuskript als PDF auch gratis verfügbar ist. "

Seufz, mich laust der Affe! Ob von Evulution oder Kreatinismus aktuelles Leben abhängig sein kann?

Das Internet als Tummelplatz für christliche Missionare: "Bibel statt Darwin Für viele Menschen spielt das keine Rolle. Laut einer Umfrage der Gallup Organization stimmten 43 Prozent der befragten US-Bürger der Aussage zu, dass 'Gott den Menschen vor etwa 10.000 Jahren ungefähr in seiner heutigen Form geschaffen hat', während nur 14 Prozent einer Aussage zustimmt, dass sich der Mensch über Jahrmillionen aus primitiveren Lebensformen entwickelt habe, was der Evolutionstheorie entspricht. Auch in Deutschland glauben laut einer Umfrage der schweizerischen IHA-Gfk nur 46 Prozent an die Evolution, der Rest glaubt entweder wörtlich an die Genesis wie sie in der Bibel steht oder an eine 'von oben gesteuerten Version', die sich an das Intelligent Design anlehnt. Bei so viel Wissenschaftsskepsis wundert es nicht, dass die neutheologischen Ansichten auch im Internet weite Verbreitung finden."

Internet als Tummelplatz für Missionare bestätigt meinen Eindruck. In gewisser Weise sind vielleicht alle Missionare. Die einen sind es bewusst, die anderen eher unbewusst? Und jeden nervt anderes?

idea.de - Rubrik - Detailartikel: "Theologie & Glaubensleben 18.09.07 Die Bibel ist kein Sammelsurium von Mythen Der Vorsitzende der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Pfarrer Hansfrieder Hellenschmidt. H e r b o r n (idea) – Zum uneingeschränkten Vertrauen in die Bibel als dem Wort Gottes hat der Vorsitzende der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Pfarrer Hansfrieder Hellenschmidt (Filderstadt bei Stuttgart), aufgerufen. Die Bibel sei kein Sammelsurium von Mythen, Legenden, Märchen oder Parabeln, wie von vielen behauptet, sagte er vor rund 80 Besuchern eines von der Bekenntnisbewegung veranstalteten Treffens „Gemeinde unter dem Wort“ im mittelhessischen Herborn. Nur wer der biblischen Botschaft gehorche, werde die dem Wort Gottes innewohnende Wahrheit und Kraft erfahren. Sie habe die Macht, Menschenleben zu verändern."

Alles Gottesoffenbarung in der Bibel und das ist zu glauben und zu leben? Das empfinde ich soooo abartig, das mir die Worte fehlen. Ausfällig möchte ich ja nicht werden.


Nordelbische Kirche will mehr evangelische Schulen - Fördertopf | Newsticker: "Nordelbische Kirche will mehr evangelische Schulen - Fördertopf Kiel (dpa/lno) - Die Nordelbische Kirche will im Bildungswesen mehr Flagge zeigen und plant einen Fördertopf für evangelische Schulen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Synode in Rendsburg werde in der kommenden Woche voraussichtlich beschließen, dass über fünf Jahre hinweg Fördermittel von bis zu 75 000 Euro pro Jahr an neue und bestehende Schulen fließen. Das sagte Synodenpräsident Hans- Peter Strenge am Dienstag in Kiel. Zudem werde die NEK nun Mitglied in der Schulstiftung der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Neugründung evangelischer Schulen sei eine der zentralen Aufgaben. Die katholische Kirche sei hier schon immer sehr offensiv gewesen. © Welt erschienen am 18.09.2007 um 13:58 Uhr"

Tja, die Konkurrenz schläft nicht. Aber was hat das Konkurenzgerangel mit einem Gott gemeinsam?

17 September 2007

Von der Lust am Lernen

Von der Lust am Lernen:

Zurück zu den Quellen

Lernen als Mittelpunkt von Schawuot

Dass dem Lernen und der Bildung im Judentum eine wesentliche Rolle zukommt, ist eine Binsenwahrheit. Doch wie weit kann und soll diese Freude am Lernen gehen? Fast ein wenig antizyklisch zum anstehenden Schawuotfest, an dem die Nacht «durchgelernt» wird, soll im Folgenden auf der Basis eines Buchs des New Yorker Judaisten Jeffrey Rubenstein über die Lernkultur im babylonischen Talmud zum einen dem historischen Kontext dieser Kultur, zum andern aber auch ihren Nebenwirkungen nachgegangen werden.

Von René Bloch

Generalisierungen sind zwar selten opportun, aber diejenige, dass der babylonische Talmud zu einer spannenderen, intensiveren und anspruchsvolleren Lektüre als der «Jeruschalmi» einlädt, ist schwerlich von der Hand zu weisen. Der «Babli» zeichnet sich im Vergleich mit seinem «Jerusalemer» Pendant unter anderem durch einen viel stärkeren Hang zum dialektischen Argumentieren aus. Mittels Gegenstimmen, die das Vorgetragene torpedieren und dann selbst wieder in Frage gestellt werden, will man sich, nicht unähnlich den Platon-Dialogen, der «Wahrheit» annähern. Diese stärkere Betonung der Dialektik ist Teil einer ganzen Reihe von Veränderungen, die wohl auf eine neue babylonische Lernkultur im fünften und sechsten Jahrhundert d. Z. zurückgeht. In der Übergangszeit von den Amoraim zu den sogenannten «Stammaim» (den «Anonymen»,ein Teil der Forschung sieht in diesen die Redaktoren des «Babli») haben sich zum ersten Mal grössere Akademien gebildet, welche die kleineren Lerngruppen unter der Leitung eines Lehrers ablösten. Mit dieser Veränderung einher ging indes nicht nur eine stärkere Tendenz hin zur dialektischen Diskussion, zur Lösung durch Widerspruch (im Gegensatz zum eher staccatoartigen und legalistischeren Ton der amoraischen Tradition), sondern auch zu einer verstärkten Kompetitivität und Aggressivität.

Der häufig kompromisslose Imperativ zum Lernen ist vor allem ein Charakteristikum des «Babli». Denn dort wird die Zentralität des Lernens gelegentlich ad extremum geführt: Lernen ist so wesentlich, dass es unser ganzes Wesen ausmacht. Das Studium der Thora, so der «Babli», ist wichtiger als das Retten von Leben, als der Wiederaufbau des Tempels, ja als die Ehrung von Vater und Mutter (bMeg 16b). Dieses Denken ist Teil einer Welt, die fast nur für die Thora bestimmt ist. Die ganze Welt, Himmel und Erde, existieren, so heisst es an einer Stelle, nur für die Thora (bPes 68b). Hier spricht das neue akademische Denken des «Babli», dasjenige der neuen «Universitäten» eben, das im Übrigen das individuelle Lernen im Gegensatz zum Thora-Studium in der Gruppe explizit kritisiert, ja es sogar als sündhaft erklärt. Die messerscharfe, ja pfefferscharfe dialektische Diskussion – der «Babli» leitet die Etymologie des «pilpul», des dialektischen Argumentierens, von «pilpel» («Pfeffer») ab – in grösseren Lerngruppen konnte sie aber offenbar auch zu Aggressionen unter den Gelehrten Babyloniens führen. Des Öfteren stösst der «Babli»-Leser auf Passagen, in denen Gelehrte einander drohen, auch physisch. Der «Babli» bestätigt diese Tendenz selbst: «Dreierlei hassen einander: Hunde, Geflügel und persische Priester. Manche sagen: Prostituierte. Und manche sagen, die Gelehrten Babyloniens (bPes 113b). Und an einer anderen Stelle im «Babli» lesen wir gar, dass sich «in Babylonien die Gelehrten in halachischen Debatten gegenseitig schaden» (bSanh 24a).

Tatsächlich werden die Diskussionen im «Babli» in teilweise martialischer Sprache geführt. Dass man für Debatten auf ein Kriegsvokabular zurückgreift, ist so ungewöhnlich nicht. Beispiele aus der griechisch-römischen, aber auch der modernen Rhetorik sind schnell zur Hand. Man wappnet sich für Wortgefechte, und auch das deutsche Wort «debattieren» weist gleich selbst auf den Schlagabtausch hin, der ihm inhärent ist. Und doch ist es erstaunlich, mit welcher Vehemenz im Babli nicht nur diskutiert, sondern dieses Diskutieren auch thematisiert wird. Sogar von «Kriegen der Thora» ist im Zusammenhang mit dem Debattieren im Rahmen des Thora-Studiums die Rede (bSanh 93b). Zum einen ist hier die Unmittelbarkeit der mündlichen Kultur spürbar, in der man schärfer «austeilt» als schriftlich. Hauptgrund für diese rhetorische Gewalt ist, gemäss dem New Yorker Judaisten Jeffrey Rubenstein, aber die neue Lernrealität der spätantiken jüdischen Akademie, in der in einer relativ stark hierarchisch organisierten Ordnung «heftiger» gelernt wurde – mitunter bis zum Exzess und bis zu Gewaltanwendungen bzw. der Androhung von solchen: «Ich würde deine Füsse mit einer eisernen Säge absägen» (bBQ 81b) ist ein solches Beispiel.

Agonale Lernkultur

Das in der Zeit der «Stammaim» intensivierte Lernklima konnte sich also sozusagen selbst vergiften. Dass man als Gelehrter – jetzt in einem beträchtlich grösseren Lernkreis als in amoraischer Zeit – rhetorisch beschämt würde, war, schreibt Rubenstein, ein stetiges Risiko: Weit öfter als in Parallelgeschichten im «Jeruschalmi» hört man im «Babli» von rhetorischen Erniedrigungen, mitunter wegen fehlendem Wissen der Gelehrten. Der Druck in diesem Lernklima muss hoch gewesen sein. Rabbi Shimon ben Halaphta soll beim Abschied gesagt haben: «Möge es Gottes Wille sein, dass du nicht beschämt wirst, noch jemanden beschämst» (bMQ 9b).
Zu dieser neuen Lernkultur passt, dass im «Babli» mehrfach eine explizite Verachtung von Juden, die keine Gelehrten sind (die «amei haarez»), spürbar ist. Die neue Akademie ist elitär. Insofern ist die kurze Geschichte über Rabbi Jehuda Hanassi, der das Lehren in der Öffentlichkeit verbot, symptomatisch – wenn auch insgesamt für den Talmud, der das Lernen für alle propagiert, untypisch: «Rabbi [Jehuda Nanassi] ordnete einst an, die Schüler nicht auf offener Strasse zu unterrichten. Er legte nämlich folgenden Schriftvers aus: ‹Die Wölbungen deiner Hüften sind wie Halsgeschmeide› (Hohelied 7,2); wie die Hüfte verborgen ist, ebenso sollen auch die Worte der Thora im Verborgenen sein» (bMQ 16a-b).

Mit dieser agonalen Lernkultur ging eine unbändige Lust am Lernen einher. Wie aber würde diese Lust mit den familiären Pflichten in Einklang zu bringen sein? Die Frage beschäftigt beide Talmude. Die Geschichte von der Frau Rabbi Akiwas, die für die langjährigen Lern-Abwesenheiten ihres Mannes, der dafür Tausende von Schülern nach Hause bringt, grenzenloses Verständnis zeigt, ist eben nur das: eine Geschichte, eine Wunschgeschichte. Viel eher spiegelt die Realität die Geschichte jenes Gelehrten wider, der bei seiner Rückkehr aus der Welt des Lernens die Strassen seines Wohnortes, ja nicht einmal seine eigene Tochter wiedererkennt. Als seine Frau, die traurig sitzend auf ihn wartet, ihren Mann erblickt, freut sie sich – und stirbt. «War es das wert?» fragt der Talmud. Das Dilemma zwischen Thora-Studium und Familie stellt sich im «Babli» wie auch im «Jeruschalmi». Aber der «Babli» ist schneller bereit, sich zugunsten des Buches zu entscheiden und in der persönlichen Prioritätenordnung das Studium vor die Liebe zur Ehefrau zu setzen. In dieser neuen Welt der babylonischen Akademie fanden die Gelehrten eine Befriedigung, welche die sexuelle, sich aus dem ehelichen Beischlaf ergebende ersetzen konnte. Lernen konnte als primäres Lusterlebnis, die Thora als Eheersatz gedeutet werden. Und entsprechend konnte das Verlassen der Thora gleichsam als Ehebruch interpretiert werden. Mit der Thora kann man, längst nicht nur an Schawuot, die Nacht verbringen. Drastisch ist diese Parallele zwischen der sexuellen Lust und derjenigen am Thora-Studium an folgender Stelle im «Babli» ausgeschrieben: «R. Schmuel b. Nahmani sagte: Es heisst ‹die liebliche Hirschkuh und die anmutige Gazelle› (Sprüche 5,19). Weshalb werden die Worte der Thora mit einer Hirschkuh verglichen? Wie die Hirschkuh einen engen Muttermund hat und daher ihrem Männchen jederzeit lieb ist wie in der ersten Stunde, ebenso sind die Worte der Thora den sie Studierenden jederzeit lieb, wie in der ersten Stunde» (bEruv 54b). Später, in der kabbalistischen Mystik, wurde die Thora noch expliziter als «Beischläferin» des Lernenden interpretiert. Bei Elija de Vidas (16. Jh.) wird das Studium der Thora gar explizit als «spiritueller Beischlaf» («zivug ruhani») bezeichnet.

Entwicklung neuer Lernkultur

Jeffrey L. Rubenstein hat ein wichtiges Buch geschrieben, auch wenn er gelegentlich überzeichnet und dadurch einigen Talmudstellen vielleicht zu viel Gewicht zuschreibt. Vieles aber deutet darauf hin, dass im fünften und sechsten Jahrhundert in der Zeit der «Stammaim» sich in Babylonien mit der Entstehung rabbinischer Akademien eine neue Lernkultur entwickelte. Das Studium der Thora wurde intensiver, in grösserem Kreis und dialektischer betrieben. Die Lust auf die Thora wurde grenzenlos. Die möglichen Nebenwirkungen waren eine stärkere Entfremdung von der Familie, ein gelegentlich elitäres Denken und heftige innerakademische Dispute.

Jeffrey L. Rubenstein: The Culture of the Babylonian Talmud. The Johns Hopkins University Press, Baltimore/London 2003.

© 2001 - 2005 tachles Jüdisches Wochenmagazin


Bemerkung:

Irgendwie sieht man sich an Jesus und seine Anhänger erinnert. Jesus verlangte lt. Überlieferung das Verlassen der Familie. Es erinnert an Paulus, der meinte, es sei in Anbetracht anstehender Notzeit und zweitem Kommen Jesu besser unverheiratet zu sein. Es erinnert an später zölibatär lebende sogenannte Christen und an die welche die Bibel als ihr Leben bezeichnen. Es war offensichtlich immer mit einem gewissen elitären Denken verbunden. Auch heftiger Disput ist im Christentum nicht unbekannt. Es hat mit inzwischen ca. 900 christlichen Gruppierungen (andere schon ausgestorben) zu wesentlich mehr Spaltung geführt, wie im Judentum.


15 September 2007

Christentum und Gewalt

Gewalt in der Bibel - Wikipedia: "Gewalt in der Bibel wurde erst seit etwa 1970 zu einem eigenen wissenschaftlich behandelten Gesamtthema. Der vielschichtige Begriff der Gewalt wird dabei im engeren Sinn als Menschenleben schädigende und zerstörende Macht- und Gewaltausübung, im weitesten Sinn als negative Beeinträchtigung von Leben überhaupt verstanden. Dies spielt in vielen Bibeltexten eine Rolle:"........


Religion | Hintergrund | radioWissen | BR: "Die Gewalt in der Bibel Es gibt in der Bibel rund 600 Stellen, die von menschlicher Gewalt sprechen und rund 1000 Stellen, bei denen Gott Gewalt ausübt. Hass, Rache, Eroberung: Wer die Bibel wörtlich nimmt, macht ausgesprochen irritierende Erfahrungen. Oder ist die Bibel ein literarischer Text voll Menschenkenntnis, der Realität in all ihren Facetten abbildet? Abgründe tun sich auf, aber der Blick in den Abgrund kann aufklärend, kompensierend und therapeutisch wirken. Hasstiraden und Rachewünsche - wie sie beispielsweise in den Fluchpsalmen auftauchen - hätten dann eine wichtige Funktion als Schrei nach Gerechtigkeit, Solidarität mit den Schwachen und Wahrung ihrer Würde. Von Kränkung und Aggression befreit man sich nicht durch Verdrängung, sondern durch Artikulation und kann nur so den Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt durchbrechen. Der Gott, der sich nach solch einer therapeutischen Befreiung zeigt, ist dann tatsächlich liebend und versöhnlich."

Aus: Hannes Müller, Wurzeln d: "Aus: Hannes Müller, Wurzeln d. Gewalt in Bibel u. Christentum, Berlin 2003, ISBN 3-00-011623-0 Martin Luther: Mit der Bibel nicht nur gegen den Papst".........

Begünstigt die christliche Religion die Gewalt?: "Begünstigt die christliche Religion die Gewalt? Erschienen unter dem Titel 'Vom Blut der Feinde Christi färbt sich das Meer rot' in der Frankfurter Rundschau am 1.4.2000 - Fördert die christliche Religion Gewaltsamkeit? Seit dem Eingeständnis der Schuld der Christen durch Papst Johannes Paul II. am 12. März 2000 in Rom, seit seiner Bitte um Vergebung, die er auch auf seiner anschließenden Nahost-Reise wiederholte, ist diese Frage wieder aktuell. Vom Bremer Sozialpsychologen und Hochschullehrer Gerhard Vinnai erschien ebenfalls zu diesem Themenkomplex kürzlich im Fischer-Taschenbuch-Verlag das Buch 'Jesus und Ödipus'. -

Eine vermeintliche Liebesreligion".....


Gewalt in den Religionen: "fischer-welt
Gewalt in den Religionen Zur Funktion des Sündenbockmechanismusses Der so genannte „Sündenbockmechanismus“ hat in der kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Zunächst zeichnet er sich durch eine starke Ordnungsfunktion aus: Die Frage nach der Schuld wird eindeutig geklärt und sie liegt immer bei dem Opfer; die Verfolger, die Gemeinschaft dagegen stellt immer die Seite der Rechtschaffenden dar, die durch die Opferhaltung geeint werden. Das ist die Bedeutung des Mythos, der die traditionellen Rollenverteilungen innerhalb einer Gemeinschaft fest schreibt.......

Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH: "Bibel-Mord: Vater muss lebenslang in Haft Lübeck / lno - / - Wegen Mordes an seinem Sohn hat das Lübecker Landgericht den streng religiösen Mann aus Ratzeburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte zugegeben, den 22-Jährigen im Oktober 2006 nach einem Streit mit einem Küchenmesser von hinten erstochen zu haben. Das Motiv war nach Auffassung des Gerichts Angst vor dem Autoritätsverlust. Der 22-Jährige - das älteste der zwölf Kinder des Angeklagten - hatte dessen naive Religiosität in Frage gestellt und sich auch schützend vor die Geschwister gestellt, wenn der pensionierte Bundespolizeibeamte sie wegen banalster Vergehen verprügelte. 'Dass sein Sohn nicht alles eingesteckt und teilweise auch dagegengehalten hat, ist ihm letztlich zum Verhängnis geworden', sagtederVorsitzende. Alkohol und Partys waren für die heranwachsenden Kinder ebenso tabu wie Beziehungen zum anderen Geschlecht vor der Ehe. Seinem Ältesten hatte der Vater verboten, ein Mädchen mit nach Hause zu bringen und den enttäuschten Sohn vertröstet, er werde schon noch eine Jungfrau finden. 'Er hat uns immer gesagt, Gott werde uns geben, was wir uns wünschen, wenn wir nur darum beten, zum Beispiel ein Haus oder die Jungfrau für meinen Bruder'"....